Best of Editorial: …fit for fun? (fun generation 11/1999)

16.12.07

Wenn man mit einem Relaunch gründlich daneben gelangt hat, kann man das auf zwei verschiedene Wege wieder gerade biegen. Entweder auf „Joa, alles neu macht der Mai, darum haben wir unser Layout überarbeitet und könn(t)en viel mehr Text auf eine Seite schreiben als bisher“ ohne irgendwelche Fehler einzugestehen, wie es die PC PowerPlay nur allzu gerne getan hat oder man redet Tacheles. Das folgende Editorial stammt noch aus einer Zeit, in der alles besser war ;-)

…fit for fun?

Liebe Leser,


es gibt Momente im Verlagsleben, da sind Konsequenzen unausweichlich – unabhängig von Sympathien. Roberts äußert ambitionierter Versuch, aus der Fun Generation eine fun.generation für den „intellektuellen“ Leser zu konzipieren, ist – offen gesagt – rein im Bezug auf die Verkaufszahlen brutal gescheitert. Das tut uns persönlich extrem leid für ihn – Konzeption hin, Konzeption her. Robert hat sich mit seinem Team in fun.generation reingekniet wie kaum jemand zuvor – bis über gesundheitliche Grenzen hinaus. Wenn der Erfolg trotzdem ausbleibt, kommt das fast einer Tragödie gleich.

Und wenn Dragoslav Stepanovic, weithin anerkannter „Fußball-Philisoph“ und Ex-Trainer von Eintracht Frankfurt und Bayer 04 Leverkusen, in noch so kritischen Situationen mit der lapidaren Bemerkung „Lebe geht weider…“ Optimismus versprüht, dann gilt das in unserem Fall einerseits für Robert, der in führender Position bei CyPress bleibt, und andererseits auch für die Fun Generation. Eine Person mit X-Files-verdächtigen hellseherischen Fähigkeiten wollte uns etwas voreilig und voller Schadenfreude schon mausetot und metertief begraben sehen, doch dem ist nicht so. CyPress gründet auf Fun Generation, das Multi-Mag ist die Mutter allen Erfolges. So ein Magazin lässt man schon aus rein emotionalen Gründen nicht sterben. Einzig eine Woche Verlängerung der normalen Produktionszeit haben wir uns gegönnt, um Fun Generation radikal zu ihren Wurzeln zurückzuführen. Wieder hin zum reinrassigen Spiele(r)magazin, in dem das im Vordergrund steht, was eingefleischte Zocker nun mal interessiert, und das sind Spiele, Spiele und nochmals Spiele. Unabhängig von Hersteller, Plattform und Erscheinungsland stellen wir nahezu ausnahmslos alle verfügbaren Titel vor; von uns selektierte Highlights umfassend, den Rest in kompakter, aber nicht minder kompetenter Form. Oberste Priorität war für diese Ausgabe und wird es auch in Zukunft sein, absolute Knaller-Titel möglichst früh in Testform zu präsentieren. Das ist in dieser fun mit Crash Team Racing und FIFA 2000 für die PlayStation gelungen, Ready 2 Rumble und UEFA Striker begeistern restlos auf dem Dreamcast und auch Rares heißersehntes 3D-Spektakel Jet Force Gemini konnten wir auf den letzten Drücker ins aktuelle Heft nehmen. Natürlich haben wir auch am Layout gefeilt, was durch das veränderte Konzept unumgänglich war. Wir hoffen, der neue Look gefällt!

Ein eminent wichtiger Faktor für eine komplett funktionierende fun ist freilich Video Games- und MAN!AC-Gründervater Winnie Forster, der im Zusammenspiel mit Oliver Ehrle künftig die News und Specials aller Art in der fun steuern und recherchieren wird.

Während also in Höchberg vorrangig die Joypads glühen, liegt unsere News-Center-Zentrale in Winnies Redaktions-Domizil am idyllischen Ammersee. Für die nächste fun wird übrigens an neuen Rubriken gefeilt, lasst Euch überraschen!

Let’s get ready to rumble!

Euer fun-Team


P.S.: Um die Verwirrung um unser Logo noch zu steigern: Aus FunGeneration (06/95 – 04/99) wurde fun.generation (Ausgabe 05/99 – 10/99) und jetzt fun generation (11/99 – ?).
Alles klar?

2 Kommentare:

  1. Don Fishli hat gesagt…

    Konsequent ehrlich. Stimmt, kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Erst recht nicht, wenn man zu einem Spielzeitschriften-Monopol unter Hans Ippisch gehört. ;-)

    Denn da wird ja immer alles besser (egal, was die Auflage sagt).

  2. Thandor hat gesagt…

    Hallo Evil, schreib doch mal was zur Trainerentlassung bei GS, wenn du magst und darfst. Das Editorial dieser GS-Ausgabe hat nämlich die erfrischende Offenheit vermissen lassen, die das von dir gequotete Zitat atmet.

    Jetzt nicht hämisch draufhauen oder so, auch ich mag Gunnar sehr. Die Zeiten sind nunmal schlecht für Gedrucktes in jedweder Form. Aber eine Analyse, warum die meinen, dass Herr Trier besser geeignet sei, den Auflagenverfall zu stoppen, würde mich sehr interessieren.