Frontberichterstattung

30.5.07

Ich bin mir nicht ganz im klaren, wer alles zur Magaziniac-Leserschaft zählt. Vielleicht ist ja der ein oder andere dabei, der sie noch nicht kennt - Gamefront. Die Webseite, gamefront.de sollte so ziemlich jedem Videospieler ein Begriff sein, der mal im Internet unterwegs war, früher oder später bekommt jeder mal eine Gamefront-News zu Gesicht.

Beim Heft hingegen sieht es etwas anders aus. Die Printausgabe erscheint drei bis fünf mal im Jahr (eher drei als fünf) und ist nur in Gameshops und im Abo, nicht aber am Kiosk erhältlich. € 4,90 sind für ein 72 Seiten Schwarz-Weiß-Heft auch alles andere ein Schnäppchen. Dennoch möchte ich jedem „ich finde alle Videospielhefte der heutigen Zeit doof“-Nörgler mal eine Ausgabe ans Herz legen.

Ohne Kioskzwang muss das Cover nicht bis zum Platzen vollgestopft sein und so schaut einem eine wunderschön aufgemachte Resident Evil 4 (Wii)-Titelstory entgegen. Auf dem Cover steht zwar April, erschienen ist die Ausgabe aber erst vor wenigen Tagen. Im Gegensatz zu vielen anderen auf dem Markt, die „ihrer Zeit zwei Monate voraus“ sind, wird die GF meist nicht pünktlich fertig und das Warten aufs aktuelle Heft wird zur Zerreißprobe für die Nerven.

Character Select:
Wer die Redakteursgesichter und Steckbriefe satt hat, wird sich schon über die Teamseite freuen. Den vier Schreiberlingen wird je eine Videospielfigur zugeordnet, Fotos gibt es keine. Die kurzen Texte auf der Seite enthalten oft nette Anekdoten und heben sich wohltuend vom Standardschema ab.

Neues von der Front:
Auf einer spartanisch aufgemachten Doppelseite werden aktuelle Meldungen präsentiert. Auf Grund der dürftigen Erscheinungsweise hat man allerdings nicht lange Freude daran. Dafür ist sowieso eher die Webseite geeignet, im Heft ist die Rubrik eine nette Dreingabe, mehr nicht.

Preview:
Hier bekommt man die erste Gelegenheit sich vom Schreibstil des Heftes zu überzeugen. Die Previews sind meist sehr umfangreich und häufig durch Interviews erweitert.

„Umfangreiche Previews bekomm ich auch bei anderen Heften, warum soll ich die GF dafür lesen?“

Nun ja, wer sich länger von den typischen Kiosktiteln ernährt hat, wird zwangsläufig irgendwelche Schäden davon getragen haben. Umfangreich dürften die meisten mit 6-8 Seiten gleichsetzen, auf denen viele Bilder und wenig Text ist. Bilder gibt es bei der GF auch, allerdings wird sehr sparsam damit ungegangen, häufig muss man sich erst mal daran gewöhnen wieder so viele Infos auf einer Seite zu bekommen.

Test:
Auch ohne Kioskzwang wird leider auf das Prozentsystem gesetzt, allerdings wenigstens in seiner ganzen Bandbreite genutzt und hat keine Inflationserscheinungen nach dem Motto „Macht kaum Spaß, 70%“. Im Testteil gibt es einige Besonderheiten:

Wer Sportspiele mag, sollte um die Gamefront einen Bogen machen, die Redakteure mögen allesamt keine Sportspiele und testen auch keine. Wer hingegen RPGs mag, sowie auf Importspiele steht, ist wesentlich besser bedient. Viele Spiele werden zudem von mindestens zwei Redakteuren (durchgespielt), so dass 40h+ Kaliber wesentlich besser beurteilt werden können als anderswo.

Groß wird die Story eines Spiels nicht breitgetreten, der Part nimmt den kleinsten Teil eines Tests ein. Danach geht es mit der Beschreibung des Spielens und der Technik weiter. Wirklich interessant wird es in den extrem langen und subjektiven Meinungskästen. Nirgendwo sonst kann man sich derartig gut seine Meinung zu einem Titel bilden.

Geht’s anderen Lesern eigentlich genauso? Sobald ich das Heft habe, blättere ich es schnell mal durch und such erst mal gezielt im Testteil nach allem, was weniger als ~60% hat. Die gnadenlosen Verrisse sind einfach herrlich geschrieben und man weiß, woran man ist.

Kleine Kostprobe aus dem Fazit zu „Cake Mania DS“ gefällig? „Da kotzt Dr. Oetker: Dümmliche Backstube für Frustrierte!“

Wer auf staubtrockene und sachliche Texte steht, wird mit dem Heft keine Freundschaft schließen, jeder andere wird es für die lockere Schreibe lieben.

Rubriken:
Im Anschluss an die Tests folgen eine ganze Reihe kleiner Rubriken:
- Magazine Classics: Vorstellung alter Videospielehefte
- Arcade Express: Die Seite für Arcade-Fans
- Online Scout: Hält einem über Onlineentwicklungen auf dem Laufenden.
- Schatztruhe: Seltene Special Editions von Konsolen und Spielen finden hier ihren Platz
- Chatterbox: Interessante Zitate von damals. Was trat ein, welche Aussage wurde zur Luftnummer?
- Kult von gestern: Alte Spieleklassiker
- Ich lebe in: Das Leben in verschiedenen Spielen
- Elenors Shop: Gadgets én masse
- Buch: Spieleliteratur, Kult- und Lösungsbücher aus dem Videospieluniversum
- Biohazard Labor: Der Name sagt es, die Resident Evil-Rubrik
- Retro: Das Gespräch - Zwei Redakteure diskutieren über Spieleklassiker

Ich mag die Jungs von der Gamefront sehr gerne, immerhin bringen sie das zu Papier, was ich seit Jahren am Kiosk vermisse: Ein gut geschriebenes Freakheft mit vielen Reportagen, Interviews und Specials, die ich nicht im Internet finde. Jetzt hab ich sie noch ein kleines bisschen lieber. Mit dieser Ausgabe wurde eine Rubrik eingeführt, die sich mit Blogs aus der Spieleszene befasst. Ihnen hat mein Eintrag zur fun generation so gut gefallen, dass man ihm bzw. der Antwort dazu eine knappe 1/4 Seite einräumte. Fürs Abdrucken (und die kleine Werbung) möchte ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken. Freut mich, wenn’s euch gefallen hat.

Briefe zur Front:
Interessant zu erfahren wäre mal, wie viele der dort abgedruckten Leute eigentlich das Heft kennen. Kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass ein normaler Leser solche Mails verfassen würde, wo er doch weiß, was für bitterböse Antworten da kommen werden.

Schöne Spielerei am Rande: Die Statistik zu jeder Ausgabe, was ging zu Bruch, welchen Test wollte niemand machen etc.

Übrigens, nette Antwort auf die Forderung nach einer DVD. Fragt sich warum deutsche Hefte meinen, sie wäre das Wundermittel zum Auflagenwachstum, wo die großen der Welt ganz ohne sie auskommen.

Ticker:
Eine Vorschau aufs nächste Heft kann man sich sparen, da nicht mal Gott selbst den Termin kennt. Also wird die letzte Seite kurzerhand dafür genutzt die interessantesten Newsschnipsel von gamefront.de abzudrucken.


Fazit:
Gamefront ist nicht dazu gedacht ein monatliches Heft am Kiosk zu ersetzen. Wer jedoch außergewöhnliche Berichte mag, seine hart erarbeite Kohle gerne für Importe ausgibt und letztlich auch auf gnadenlose Verrisse steht sollte sich das Heft auf keinen Fall entgehen lassen. Wer einfach nur mal nach Abwechslung oder Lesespaß sucht, darf gerne zugreifen. Wirklich fehlen tut dem Heft nur ein Lektorat.


Daten und Fakten:
Start: 08. Oktober 1995
Erstausgabe: 10/1995
Verlag: Gamefront Verlag
Segment: Multiformat
Erscheinungsweise: sporadisch
Copy-Preis: EUR 4,90
Chefredakteur: Frank Michaelis
Druckauflage: Nicht bekannt

Vollversionen in Spieleheften -- Chroniken eines Dramas

21.5.07

Die erste Vollversionsinvasion ging vermutlich auf das Jahr 1996 zurück. Der „PC Joker“ sollte sich einem Totalerelaunch unterziehen und kam als „PC Joker Heft & Spiel“ zum Preis von DM 7,50 zurück. Nebenbei erschienen PC Player Super Plus, PC Games Plus und PC Action Plus. Die Ausgaben waren mit DM 16,80 bis 19,80 Schweineteuer -- wer eine Vollversion wollte, musste den doppelten Heftpreis blechen. Vom Joker mal abgesehen alles halb so wild.

1999 wurden PC Player SuperPlus und PC Action Plus eingestampft und in die Haupthefte integriert, sprich die Vollversion gab es nun zum normalen Heftpreis. Man hätte meinen können, nun würde ein Wettrüsten losgetreten werden, doch die beiden großen der Branche GameStar und PC Games behielten einen kühlen Kopf und verschenkten Spiele nur zum Geburtstag. Axel Springers mit der Ausgabe 12/1999 eingeführte Computer Bild Spiele mit regelmäßiger Vollversion sollte vorerst keine Rolle spielen.

Ende 2000 verstarb mit dem PC Joker (Heft & Spiel war nach dem Relaunch kaum noch zu sehen) das wohl beste Spieleheft. Auf wundersame Weise verschwanden die Vollversionen aus der PC Action, PC Games Plus gab es nur noch im Abo und PC Player musste auch abdanken.

Der Markt kuriert? Leider nein. Bereits ein knappes Jahr später legte die Screenfun zweimonatlich eine CD mit Vollversion bei, doch noch gab es keinen Grund zur Sorge. Der sollte erst 2003 kommen, als die CD dann jeden Monat beilag. Die Auflagen der gesamten Spielepresse bröckelten und Computec erlag dem süßen Gift der Verführung. Ab Mitte des Jahres war jede Ausgabe von PC Action und PC Games mit einer Vollversion ausgerüstet.

Möge das Drama seinen Lauf nehmen
Von 2004 an lag nun auch jeder GameStar ein Spiel bei. Weil die Vollversionen so toll funktionieren und CyPress’ Multiformater „Video Games Aktuell“ eher unter Erwartungen lief, kam dort ab Mai auch regelmäßig ein Spiel auf CD. Inzwischen hat man die Käufer hervorragend an die nicht ganz so neue Droge gewöhnt und so entschied man sich im Hause Axel Springer die CBS von der Septemberausgabe an mit DVD auszustatten. Für EUR 3,60 gab es von nun an zwei Spiele.

Der ruinöse Wettkampf beginnt
Auch diese Situation wäre zu meistern gewesen -- wäre. CyPress wollte nun auch ein Stückchen vom PC-Spiele-Magazin-Kuchen abhaben. PC PowerPlay geht mit knapp 200 Seiten, DVD inkl. Spielvollversion zum Dumpingpreis von EUR 2,99 an den Start.

PC Games begrüßt den Neuen mit der Über-VV Diablo 2, bei der PCA gibt es zwei Spiele und der „Spielestern“ haut sogar 5 Titel raus. Der Angriff hat mehr oder weniger funktioniert, die PC PowerPlay kratzt nicht mal an der 150.000 Marke. Enttäuscht von den Zahlen wird der PCPP Preis um 61 Cent auf 3,60 angehoben, dafür gibt es von nun an jeden Monat zwei Spiele. Diese haben sich mittlerweile zum Standard etabliert.

Sie sorgen nicht mehr dafür, dass die Auflage steigt, sonder nur weniger stark fällt. Da hat der Verlag natürlich nichts von, zumal die Spielchen gerne einen fünf bis sechsstelligen Eurobetrag verschlingen. Solange die Konkurrenz Vollversionen anbietet kann man selbst auch nicht drauf verzichte, was nun? Genau, man geht den einzig logischen Schritt und setzt sich zusammen. 2006 testen Computec, CyPress und IDG gemeinsam die Verkäufe ihrer Hefte ohne Spiele -- über drei Monate in drei deutschen Städten. Allerdings nur in der Theorie, die GameStar macht nach einer Ausgabe bereits einen Rückzieher. Außerdem droht neuer Ärger, wie sollte es anders sein, wieder von den BILDungsresistenten. CBS Gold, jetzt mit 2DVDs und noch mehr Vollversionen.

Inzwischen ist auch ein Punkt erreicht, an dem die Verlage finanziell nicht mehr können. Die Auflagen purzeln munter vor sich hin, die Anzeigensituation sieht teilweise miserabel aus und der Markt ist durch die Vollversionsschlachten abgegrast. Neue Spiele gehören zwar nicht komplett der Vergangenheit an, aber es wird munter vor sich hin recycelt. Auch wandern Spiele auf die Disc, die mit weniger als 50% Spielspaß in den Tests gnadenlos durchfielen.

2007 -- Neues Jahr, neues Glück?
Leider nein, zwar trennt man sich im Hause PC PowerPlay heimlich, still und leise von den Vollversionen, wohl aber eher weil kein Geld mehr da ist als aus freiwilligem „wir verzichten drauf“. Die Auflage der PCPP ist dramatisch zusammengeschrumpft, im selben Schritt wurde die Redaktion verkleinert und der Heftumfang reduziert.

Gerade schweift mein Blick über einen Foreneintrag. Die nur noch 148 Seiten dünne PC Action kostet ab der Juli-Ausgabe EUR 5,30. Öhm ja, wir haben zwar erst Mai, aber sei’s drum. Wie es so schön heißt, um das Fortbestehen des Heftes sichern zu war es leider nötig den Preis um 31 Cent anzuheben.

Ich schau weiter aufs Cover: „5 Vollversionen“.

Klasse, ihr habt verstanden, in was man die Heftpreiserhöhung am besten investiert...

Es war einmal... „Die Nr. 1“

18.5.07

Wo sind all’ die Indianer hin... ups, nein das ist hier nicht die Fragestellung. Aber wer hat sie nicht in Erinnerung, die kleinen Symbole auf den Heftcovern?

Wer hoch steigt, kann tief fallen. Diese Erfahrung mussten viele Titel machen, von den damaligen „Nummer Einsen“ sind heute noch drei Übrig. Die Chance je ihre eigenen Rekordwerte werte zu übertreffen sind ziemlich gering, wohl eher ein Ding des Unmöglichen.

Genannt werden jeweils immer erste + letzte Meldung, sowie Allzeithoch und -tief. Es werden nur die 7 Hefte erwähnt, die auf dem Cover mit ihrer Marktführerschaft warben. Alle anderen bleiben außen vor.

N-Zone (09/1997-heute)
II/1998 - 60.576 (IVW)
II/2000 - 110.399 (IVW)
I/2006 - 23.135 (IVW)
I/2007 - 27.300 (IVW)

Seit der ersten IVW-Meldung ununterbrochen das meistgekaufte Nintendo-Magazin. War 2006 nach dem Ende des Cube-Magazins und der N-Games auch das einzige Nintendo-Heft, was es nicht sonderlich erschwert Marktführer zu sein.

PlayZone (12/1998-heute)
I/1999 - 144.513 (IVW)
I/2000 - 158.571 (IVW)
IV/2006 - 17.910 (IVW)
I/2007 - 24.363 (IVW)

Den Wegfall der Multimedia-Demo-CD hat das Heft nie verkraftet. Da half es auch nichts den Heftumfang auf 204 (!) Seiten aufzustocken, der Datenträger konnte nicht kompensiert werden. Vom Glanz vergangener Tage ist nicht nur Sprichwörtlich nichts mehr Übrig. Kein Lackcover und Hochglanzpapier mehr, nur noch 100 Seiten Umfang. Dass die knapp 160.000 verkauften Exemplare nicht ewig gehalten werden können war klar, der Absturz auf unter 20.000 wäre sicherlich vermeidbar werden. Als Fazit bleibt hier nur „kaputtgespart“ übrig. Mehr dazu in einem hoffentlich bald kommenden Special.

PC Games (10/1992-heute)
II/1993 - 53.734 (IVW)
III/1993 - 50.141 (IVW)
IV/1999 - 363.608 (IVW)
I/2007 - 192.270 (IVW)

Fühlte sich in seiner Rolle als „Nr. 1“ sehr wohl und lies kaum eine Gelegenheit dies zu betonen aus. Doch die „GameStar“ sprengte die Marktführerfestung von Computecs Spieleheft. Die Auflage ist inzwischen auf 1996er-Niveau angekommen. Im Gegensatz zu vielen anderen Heften muss sich die PC Games aber wohl nicht um ihre Existenz sorgen, der Totaleinbruch bei den Auflagenzahlen blieb ihr bisher erspart.

PlayStation 2 – Das offizielle Magazin (01/2001-04/2007)
I/2001 - 49.475 (IVW)
II/2001 - 35.470 (IVW)
I/2003 - 107.214 (IVW)
I/2007 - ~40.000 (Schätzung)

Auch ein besonderes Kunststück, das Heft war bis zu seiner letzten Ausgabe der Marktführer in seinem Segment und setzte soviel, wie die anderen verbliebenden PlayStation-Magazine „play“ und „PlayZone“ zusammen ab. Warum das Heft trotzdem einging? Das Konzept konnte man ab 09/2005 so gut wie vergessen, wenn man älter als 12 Jahre war. Hauptproblem waren aber wohl die Kosten für die Heftlizenz. Am Ende hat es sich trotz Marktführerschaft nicht mehr gelohnt das Heft erscheinen zu lassen, so war es auch um OPM2 geschehen.

PlayFun Magazin (08/1996-12/2000)
I/1998 - 160.170 (IVW)
I/1999 - 176.513 (IVW)
IV/2000 - ~ 20.000 (Schätzung)

Einen größeren Fall hat es wohl nie gegeben. Das Heft startete als „Das offizielle PlayStation Magazin“. Das Layout war grottenschlecht, das Wertungssystem aufgebläht bis zum Maximum und der Ruf des Heftes bewegte sich Nahe des absoluten Nullpunktes. Trotz alledem wurden die von „PSM“ aufgestellten Rekordmarken bzgl. der Auflagenzahl nie übertroffen. Mit Ausgabe 06/1999 war die Lizenz futsch und man nannte sich „PlayStation – Das Fun-Magazin“. Die Bezeichnung „Fun-Magazin“ ist zunächst nichts weiter als bloßer Etikettenschwindel. 09/1999 übernimmt Future das Heft, erweist jedoch kein glückliches Händchen. Es bleibt kein Stein mehr auf den anderen, ob Redaktion, Wertungssystem, Layout oder Leseransprache, alles wird über den Haufen geworfen. Das Heft ist im Prinzip nicht schlecht (zunächst), allerdings ist es nicht mehr für seine bisherigen Käufer geeignet. Und so hat man das mit Abstand meistverkaufte Videospielheft innerhalb eines Jahres derartig abgewirtschaftet, dass es eingestellt werden muss.

PowerPlay (03/1990-04/2000)
II/1990 - 89.773 (IVW)
II/1995 - 161.578 (IVW)
I/2000 - ~ 40.000 (Verlagsangabe)

Markt & Technik, Magna Media, Weka/DMV und zuletzt Future. Alle haben sie irgendwo ihr Glück versucht. Man sagt, sie verlor im Laufe der Zeit ihren Charme, mangels Heften kann ich es aber nicht beurteilen.

VideoGames (01/1991-02/2001)
II/1993 - 101.504 (IVW)
III/1993 - 105.418 (IVW)
II/2000 - 25.034 (IVW)
IV/2000 - 32.957(IVW)

Irgendwo erstaunlich, Future schien tatsächlich einen Weg gefunden haben das Heft aus seinem Auflagenfall zu führen. Die letzten Ausgaben waren wirklich klasse. Genützt hat’s nichts, knapp 4 Monate vor dem Rückzug des Verlags aus Deutschland wurde die VG dicht gemacht.

Magaziniac-History: Microsoft

15.5.07

Luxuskonsole, Luxuspreise, Luxushefte?

Schön wär’s gewesen, die Realität ging leider in eine völlig andere Richtung. Mit 479 Euro riss Microsofts Konsole ein tiefes Loch zur Markteinführung in die Portemonnaies der Käufer. Wer sich über den schwarzen Kasten informieren wollte, musste ebenfalls tief in die Tasche greifen ohne wirklich viel zu bekommen.

2002
Zum Launch gibt es gerade Mal zwei 116seitige Sonderhefte/Testausgaben, „XBM“ und „X-Zone“ für 5,90 bzw. 6,99 (inkl. DVD), sowie die monatliche „XBXtreme“. Letztere kann man mit dem Preis von 4,50 für 32 Seiten aber kaum ernst nehmen, zumal das Heft nach der zweiten Ausgabe eh wieder Geschichte ist. Am 17.07.2002 wird dann noch eine „OXM“-Testausgabe losgelassen, mit 7,90 ist der Höchstpreis in dem Segment markiert. Es folgt eine Ruhephase und es geht gegen Ende des Jahres mit den Heften weiter.

„OXM“ meldet sich monatlich für 7,99 zurück, „XBM“ erscheint 1/4 jährlich und „X-Zone“ kommt erst mal zweimonatlich, bevor es als „Xbox-Zone“ mit Heft 5/03 monatlich los geht.

2003
Es gibt nun also 3 Xbox-Hefte in den Preiskategorien teuer (XBM), sehr teuer (XBZ) und dreist (OXM). Man sollte meinen, angesichts der Heftpreise von 5,90 bis 7,99 stimmt wenigstens die Ausstattung, für mehr als eine Klebebindung reicht es jedoch nicht. 100 Seiten, gedruckt auf Standardpapier ist alles was man geboten bekommt. Im Mai 2003 soll dann aber endlich ein kleiner Lichtblick kommen. BriStein bringt mit der „Xbox-Games“ nicht nur das erste erschwingliche Xbox-Heft auf den Markt, sondern auch das am besten ausgestattete. Zweimonatlich 124 Seiten inkl. DinA2-Doppelposter für 3,50. Die Konkurrenz zeigt sich davon allerdings wenig beeindruckt und macht im Prinzip weiter wie bisher. Beim Pro Verlag lässt man sich dazu hinreißen „XBM“ zum gesenkten Preis von 4,99 von September bis November monatlich erscheinen zu lassen, allerdings auch bei reduziertem Umfang von nur noch 84 Seiten. Danach geht’s wieder zurück auf zweimonatlich und 5,90, der geringe Heftumfang bleibt aber.

2004
Die Quittung für „XBM“ folg recht bald, mit der April/Mai 2004-Ausgabe ist Schluss.

2005
Januar, „Xbox Games Lösungen“ von BriStein erscheint. Es wird sich jedoch zeigen, dass das Heft ein einmaliger Feldversuch bleibt. Im März 2005 versucht sich Papercut mit der „Xbox Cheats Bible“ (wie sollte es sein, mit 7,90 ebenfalls im Höchstpreissegment angesiedelt) an einem, mäßig aus dem englischen übersetzten, Tippsbuch. Im November steht die Xbox 360 an, es folgen Sonderhefte von OXM und XBZ, ein Videogames Aktuell Special „Xbox 360 Sonderheft“ und mit der zweimonatlichen „360“ kommt endlich wieder ein neues Magazin. Zum Schenkelklopferpreis von 3,60 gibt es 100 Seiten Heft ohne weitere Zugaben. Das für den deutschen Markt eher unübliche Layout ist den Jungs aus England von Highburys X360 zu verdanken (Ende des Jahres pleite, Imagine Publishing übernimmt einige Hefte). 2005 endet quasi mit erscheinen der letzten Ausgabe der „Xbox Cheats Bible“.

2006
Dieses Jahr bringt nun einige größere Änderungen mit sich. Aus „OXM“ wird „OXM 360“. Im März wartet man vergeblich auf „Xbox-Zone“ 04/2006, das Heft meldet sich einen Monat später mit der Ausgabe 05+06/2006 zurück und kommt nur noch alle zwei Monate. Das „Xbox 360-Sonderheft“ von CyPress bleibt leider bei seiner Testausgabe und auch BriSteins Ende März gestartete Sonderheft „360 Games“ kommt über die eine Ausgabe nicht hinaus. Ungeachtet dessen kommt „360“ ab August monatlich, der Umfang sinkt von 100 auf 84 Seiten, am Preis ändert sich nichts. Im Oktober wirft Papercut mit „X360 Cheaters Jahrbuch“ ein jährliches Tippsheft an die Kioske. Welch Überraschung, 100 Seiten für 7,90.

Am 04. Oktober ist es dann soweit, „Xbox-Zone“ streicht die Segel. Die letzte im Geschäftbericht angegebene verkaufte Auflage liegt bei 16.000, am Ende dürfte man aber deutlich drunter gelegen haben. Der Käufer am Kiosk erweist sich als mündig und hat das Redaktionssharing der drei „Zone“-Hefte nicht weiter unterstützt und den Verlag für seine Preis- und Ausstattungspolitik abgestraft. 6,99 für ein 100seitiges Heft mit DVD sind einfach zu viel.

2007:
Im neuen Jahr wird bei „360“ das Wörtchen „Live“ ergänzt. „360-Live“ kommt nun 10x jährlich (zwei Doppelausgaben im Sommer) und wechselt vom Prime Verlag zur Airmotion GmbH. Auch wenn niemand sie vermisst hat, „beglückt“ uns Papercut im März mit „X360 Megacheats“. Das Heft ist nichts weiteres als ein leicht abgespecktes „X360 Cheaters Jahrbuch“ (84 Seiten für 6,90) auf aktuellem Stand.

Im Mai ist es mit BriStein vorbei. „Xbox Games“ erscheint ab sofort im „Live Emotion“ Verlag, geändert hat sich für das Heft jedoch nichts. Noch immer kostet es 3,50, hat weiterhin 124 Seiten inkl. Din-A2 Doppelposter und wird inzwischen auf edles Hochglanzpapier gedruckt.

Heftübersicht

360-Live 05/2007Name: 360-Live
Chefredakteur: Richard Löwenstein
Segment: Xbox 360-Magazin
Verlag: Airmotion GmbH
Preis: € 3,60
Erscheinungsweise: 10x jährlich
Erstausgabe: 01/2006 / 23.11.2005
Finalausgabe: ---
Ausgaben derzeit: #14

Basiert auf dem Layout der englischen X360. Hat jedoch eine kleine deutsche Redaktion, die in erster Linie aus freien Redakteuren besteht.



360 Games 01/2006Name: 360 Games
Redaktionsdirektor: Martin Mirbach
Segment: Xbox 360-Magazin/Sonderheft
Verlag: BriStein Verlag GmbH
Preis: € 4,90
Erscheinungsweise: einmalig
Erstausgabe: 01/2006 / 29.03.2006
Finalausgabe: 01/2006
Ausgaben gesamt: #1

Ein Xbox-Games-Sonderheft, welches sich nur mit 360-Spielen beschäftigte.



 X360 Cheaters Jahrbuch 01/2006Name: X360 Cheaters Jahrbuch
Segment: Xbox 360 Tipps & Tricks-Magazin
Chefredakteur: Nicht angegeben
Verlag: Papercut Ltd.
Preis: € 7,90
Erscheinungsweise: 1x jährlich
Erstausgabe: 01/2006 / 20.10.2006
Finalausgabe: ---
Ausgaben derzeit: #1

100 Seiten Tipps und Tricks, mehr oder weniger gut aus dem Englischen übersetzt.



 X360 Megacheats 01/2007Name: X360 Megacheats
Segment: Xbox 360 Tipps & Tricks-Magazin
Chefredakteur: Nicht angegeben
Verlag: Papercut Ltd.
Preis: € 6,90
Erscheinungsweise: 1x jährlich
Erstausgabe: 01/2007 / 30.03.2007
Finalausgabe: ---
Ausgaben derzeit: #1

Siehe eins drüber, bloß mit 84 Seiten.



XBM 03/2004Name: XBM
Segment: Xbox-Magazin
Chefredakteur: Wolfgang Lutterbach
Verlag: Pro Verlag GmbH
Preis: € 5,90
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Erstausgabe: 01/2002 / 12.03.2002
Finalausgabe: 03/2004 / 26.03.2004
Ausgaben gesamt: #10

War eine sehr gute Übersetzung der englischen XBM. Gegen Ende hin verließ ein Großteil der Redaktion den Verlag und die Qualität lies nach. Leider war das Heft viel zu teuer und blieb wie Blei in den Regalen liegen.



 Xbox Cheats Bible 02/2005Name: Xbox Cheats Bible
Segment: Xbox Tipps & Tricks-Buch
Chefredakteur: Nicht angegeben
Verlag: Papercut Ltd.
Preis: € 7,90
Erscheinungsweise: vierteljährlich
Erstausgabe: 01/2005 / 29.03.2005
Finalausgabe: 02/2005 / 08.11.2005
Ausgaben gesamt: #2

Ein Tipps und Tricks-Buch, wieder nur mit mäßiger Übersetzung.



 Xbox 360 - Das offizielle Xbox Magazin 05/2007Name: Xbox 360 – Das offizielle Xbox Magazin
Segment: Xbox 360-Magazin
Leitender Redakteur: Jean-Reiner Jung
Verlag: Computec Media AG
Preis: € 7,99
Erscheinungsweise: monatlich
Erstausgabe: 01/2002 / 17.07.2002
Finalausgabe: ---
Ausgaben derzeit: #56

Bedarf eigentlich keiner weiteren Erklärung, das offizielle eben.



 Xbox 360 Sonderheft 12/2005Name: Xbox 360 Sonderheft
Segment: Xbox 360-Magazin/Sonderheft
Chefredakteur: Thorsten Küchler
Verlag: CyPress GmbH
Preis: € 5,99
Erscheinungsweise: Einmalig
Erstausgabe: 12/2005 / 02.12.2005
Finalausgabe: 12/2005
Ausgaben gesamt: #1

Siehe Blogeintrag hier.



Xbox Games 04/2007Name: Xbox Games
Segment: Xbox 360-Magazin
Redaktionsdirektor: Martin Mirbach
Verlag: Live Emotion GmbH
Preis: € 3,50
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Erstausgabe: 03/2003 / 08.05.2003
Finalausgabe: ---
Ausgaben derzeit: #28

Mit 124 Seiten das einzige Xbox-Heft, welches die Marke von 100 Seiten sprengt. Nebenbei ist es auch das preisgünstigste. Angenehm lockere Schreibe und mit vielen Leserbriefen.



 Xbox Games Lösungen 01/2005Name: Xbox Games Lösungen
Segment: Xbox Tipps & Trick-Magazin
Redaktionsdirektor: Martin Mirbach
Verlag: BriStein Verlag GmbH
Preis: € 4,90
Erscheinungsweise: einmalig
Erstausgabe: 01/2005 / 20.01.2005
Finalausgabe: 01/2005
Ausgaben gesamt: #1

Gutes Lösungsheft, vor allem keine ätzende Übersetzung eines englischen Magazins, dennoch ist dem Heft kein Erfolg gegönnt.



Xbox-Zone 11+12/2006Name: Xbox-Zone
Segment: Xbox 360-Magazin
Leitender Redakteur: Maik Bütefür
Verlag: Computec Media AG
Preis: € 6,99
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Erstausgabe: 01/2002 / xx.03.2002
Finalausgabe: 11+12/2006 / 04.10.2006
Ausgaben gesamt: #44

Schlecht und teuer wäre ein wenig pauschalisierend. Fakt ist, man verwertete Artikel aus dem Schwesterheft PlayZone, welches zeitweise nicht nur ein drittel mehr Umfang hatte, sondern auch noch zwei Euro weniger kostete. Als man auf zweimonatlich umstellte, obwohl die Xbox 360 gut im kommen war, war das Ende abzusehen. Schade drum, doch der Verlust hält sich angesichts besserer Alternativen in Grenzen.



360 Games 01/2006Name: XBXtreme
Segment: Xbox-Magazin
Chefredakteur: Nicht angegeben
Verlag: HSB Leicester
Preis: € 4,50
Erscheinungsweise: monatlich
Erstausgabe: 01/2002 / 15.03.2002
Finalausgabe: 02/2002
Ausgaben gesamt: #2

Wenn maximal eine Person ein Heft übersetzt oder diese sogar nur per Programm gemacht wird, kann es nur ein Desaster werden. Die Übersetzung ist mit das schlechteste, was mir je bei einem Videospielheft untergekommen ist und vom Heftpreis will ich gar nicht erst anfangen. Bis auf 360Live und Xbox Games sind alle Xbox-Hefte zu teuer (gewesen), 4,50 für 32 Seiten schlagen aber selbst dem dicksten Fass den Boden aus.

Magaziniac-History / Es war einmal...

14.5.07

Eine kleine Ankündigung oder Vorabinformation, wie auch immer man es nennen möchte. In den kommenden Wochen werden zwei neue Rubriken eingeführt. Zum einen „Magaziniac-History“, zum anderen „Es war einmal...“.

„Magaziniac-History“ soll eine kleine Übersicht über die Heftentwicklung in verschiedenen Segmenten geben. Begonnen wird mit „Microsoft“; „Nintendo“ , „Sega“, „Sony“ sowie die Genres „Multiformat Konsole“ und „Multiformat Konsole + Computer“ werden folgen. PC-Spiele eventuell auch noch, aber ich will nicht zu viel vorab versprechen. Zwar hab ich etliche Hefte zu Hause rumstehen, bei weitem jedoch nicht alle, für Vollständigkeit garantieren kann ich also nicht. Wer ggf. fehlende Informationen ergänzen kann/möchte fühle sich dazu herzlich eingeladen.

„Es war einmal...“ beschreibt die Entwicklung eines Heftes von der ersten bis zur letzten Ausgabe und bietet Details, für die in der History kein Platz ist. Die ein oder andere lobende oder kritische Anmerkung wird natürlich auch nicht fehlen.

Feedback ist erbeten und erwüscht ;-)

PC PowerPlay -- Verkaufszahlen I/2007

9.5.07

Wie im letzten Blogeintrag erwähnt, gab es für die PC PowerPlay keine IVW-Zahlen für das erste Quartal 2007. CyPress konnte sich dennoch durchringen eine Verlagsangabe für die durchschnittlichen Heftverkäufe I/2007 herauszugeben:

PC PowerPlay Verkaufszahlen 01/2007


Holen wir nun die IVW-Zahlen von vor einem Jahr heran und rechnen kurz nach.
I/06 - 113.536 verkaufte Exemplare
I/07 - 71.650 verkaufte Exemplare

Entspricht einen Minus von 36,89%. Interessant hierbei wäre natürlich zu erfahren, wie viel vom Auflagenverlust durch Einsparung der Vollversionen aufgefangen werden konnte. Kleiner Trost, auf Grundlage dieser Zahlen liegt man mit 931 Exemplaren mehr ganz knapp vor der PC Action.

Quellen:
cypress.de -> Mediendaten -> IVW-Zahlen
ivw.eu

IVW-Zahlen I/2007 - Es geht nur bergab und niemanden überrascht es

28.4.07

...OK nicht ganz.

Stand der Dinge:
Zwei der IVW gemeldeten Spielehefte können ein Plus verzeichnen. Dabei handelt es sich zum einen um die GEE. Die kann zwar um fast 30% zulegen, die verkaufte Auflage besteht aber fast immer noch zur hälfte aus den sogenannten „sonstigen Verkäufen“, trotz alledem wird die Marke von 20.000 verkauften Heften nur gerade so überschritten.

Zum anderen um die N-Zone mit einem Plus von knapp 20%. Sieht auf den ersten Blick zwar nicht schlecht aus, allerdings markierte man vor einem Jahr ein Allzeittief -- der Push durch die Wii-Konsole hält sich also auch in Grenzen.

Schaut man in den PC-Spiele-Sektor, so geben die hier vertretenen Heften gut 10-20% ihrer Auflagen ab, die Videospielhefte müssen 20-30% abgeben. Einen genauen Überblick über die Lage kann man sich dennoch nur schlecht verschaffen. So sind OPM2 und play kurz vor ihrem Ende aus der IVW-ausgetreten, die PC PowerPlay ist nach massivsten Verlusten in den letzten Monaten scheinbar aus der IVW geflüchtet (Quelle: ivw.eu, Stand 28.04.07 01.00h) und das ganze Segment der Xbox-360-Hefte ist gar nicht erst gemeldet gewesen. Wenn das OXM mit rund 18.000 verkauften Heften laut Verlagsangabe die Marktführerschaft für sich beansprucht, lässt das natürlich auch tief blicken.

Besondere Negativschlagzeilen machte in den letzten Monaten die Screenfun, die teilweise jeden zweiten Käufer verlor. Konsequenzen soll es inzwischen auch gegeben haben, Gerüchten zufolge wird das Heft nun in Hamburg, deutlich kostengünstiger, von einer neuen Redaktion betreut werden.

Fragt man nach den Gründen für die massiven Verluste, kann man aus einem Füllhorn an Begründungen wählen. Meistgenannt sind allerdings die folgenden zwei: Die allgemeine Konsumzurückhaltung und das Internet.

Klingt erst mal auch plausibel. Wenn man weniger Geld zur Verfügung hat, spart man als erstes an Zeitschriften ein als auf andere Dinge zu verzichten. Beim Thema Geldeinsparen landet man auch gleich beim Internet. DSL sei dank ist man auf Videos und Demos auf Heftdatenträgern nicht mehr angewiesen, News, Vorschauen und Testberichte gibt es hier umsonst, aktueller -- und umfangreicher. Genau an dieser Stelle drängt sich unvermeidlich die Frage auf: „Ist das Problem nicht vielleicht doch hausgemacht?“.

PC-Sektor:
Sehen wir uns zuerst die PC-Spielehefte an. Auf dem deutschen Markt gibt es zurzeit GameStar, PC Action, PC Games und PC PowerPlay.

PC Action zielt mehr auf Action- und Multiplayerspieler, visiert mit ihrer Schreibe eher den männlichen pubertierenden Leser an. Die übrigen drei fischen mehr oder weniger in den gleichen Gewässern.

Statt sich eine Nische zu suchen, versucht man alle mitzunehmen. Profis, Neueinsteiger, die von den Stammlesern gefürchteten Casualgamer, alte und junge Zocker. Frei nach dem Motto „viel hilft viel“ -- wir sprechen irgendwie jede Zielgruppe an und jede Zielgruppe kauft unser Heft.

Das man mit diesem Konzept bestenfalls einen Blumentopf gewinnen kann, dürfte die PC PowerPlay langsam festgestellt haben. Das Heft befindet sich in seinem dritten Lebensjahr, hat mit der Mai-Ausgabe 2007 die dritte Neuausrichtung bzw. sein 4. Layout bekommen.

Da nützen Dumpingpreis und Vollversion nichts, genauso wenig wie 2 oder mehr der Teile und immer noch das günstigste Heft im Segment zu sein. Nach dem ewigen Zielgruppenhickhack („c’t light“, „PC Games Kopie“, „DAUs an die Macht“) ist man zwischen bei einer Lightvariante des ersten Konzepts angekommen, nur eben ohne Vollversion. Bei einer Lebensdauer von 7-12 Ausgaben je Ausrichtung wird selbst der treuste Stammleser irgendwann entnervt das Handtuch werfen. Alle Änderungen werden im übrigen nur auf Wunsch der Leser durchgeführt, die sich prompt durch das Kaufen von 30.000 Heften weniger dafür bedanken.

Die GameStar ist zwar nicht fehlerfrei, hat im Punkt Beständigkeit aber eine weiße Weste aufzuweisen. Leider sah man sich auch hier an den von Computec ausgelösten Gruppenzwang gebunden, lässt die Juni-Ausgabe im April erscheinen und rüstet das Heft mit 1-3 Vollversionen aus. Um die Verkaufszahlen irgendwie zu halten entschloss man sich dazu noch eine zweite DVD beizupacken.

Bei Computec geht man neben Nummernchaos (Februar-Ausgabe erscheint vor Weihnachten) und Vollversion noch einen weiteren Weg. Die PC Games gibt es in Sage und Schreibe sieben (!) Varianten: Magazin, 2CDs, DVD, DVD ab 18, Plus (Abonnement, nur noch für Bestandskunden), Extended und Premium.

So gibt es monatlich für einen Euro mehr 32 Extraseiten zu irgendeinem Schwerpunktthema und erreicht damit in etwa den Heftumfang von vor einigen Jahren. Wer bereit ist das doppeltes des normalen Heftpreises hinzublättern kann sich alle drei Monate auch eine Wundertüte mit mehr oder weniger sinnvollen Dingen wie Schlüsselanhängern, Postern und Bügelbildern kaufen. Begründung für den ganzen Kram, man möchte seinen Lesern etwas zusätzliches bieten.

Konsoleros:
Kommen wir nun zu den Konsolenheften. Diese haben in den vergangenen Jahren einen beispiellosen Abwärtstrend hingelegt und statt zu versuchen ihm irgendwie entgegen zu wirken haben sie sich in beispielloser Art und Weise immer weiter reingeritten. Im November vergangenen Jahres stellte ich die Frage, ob die play THE PLAYSTATION im Kampf „Print gegen Internet“ die Zukunft verschlafen hat. Diesen Punkt greife ich jetzt noch mal auf und zwar nicht mehr auf ein einzelnes Heft bezogen. Wer sich ein beliebiges „aktuelles“ Konsolenheft am Kiosk greift und ein bisschen drin blättert wird die Frage meist wohl mit „ja“ beantworten können.

Etwas gedrucktes kann nie die Aktualität des Internets erreichen. Da nützt es auch nichts, wenn das Juni-Heft bereits im Dezember am Kiosk läge. Die Gründe, warum ich ein Heft gegenüber einer Webseite vorziehe sind folgende:

Das Vorurteil mag längst überholt sein, dennoch halte ich Heftredaktionen immer noch für kompetenter als irgendwelche Onlinemagazine. Zu dem hab ich gerne alle Infos schön übersichtlich in einem Heft als sie mir umständlich, wohlmöglich von flashverseuchten Webseiten, zusammensuchen zu müssen. Ich hab auch lieber was in der Hand, was ich überall in Ruhe lesen kann als vor dem Bildschirm kleben zu müssen.

In der Falle:
Leider befinden sich gerade die Konsolenheften in einem absoluten Teufelskreis. Der begann mit einem Auflageneinbruch, der irgendwann einfach kommen musste -- es kann nicht immer nur nach oben gehen. Problem ist/war, dass man diesen einfach nicht hinnehmen wollte. Also versuchte man auf Biegen und Brechen das Heft zu überarbeiten und es für mehr Leute zugänglich zu machen. Stammleser sind mit solchen Änderungen eher selten einverstanden, weil das Heft ein gewisses Anspruchsniveau halten soll und sich das als äußerst schwierig gestaltet, wenn man die breite Masse ansprechen will. Es kommen neues Layout und leicht angepasste Zielgruppe, man verliert mehr Käufer als man hinzugewinnt. Dieses Spielchen kann sich nun einige Male wiederholen, bis so viele Käufer weg sind, dass es an die Substanz des Heftes geht.

Die Redaktionen werden kleiner, der Heftumfang schrumpft, denn irgendwie muss man die gesunkenen Einnahmen auffangen, am einfachsten durch Einsparungen. Auf 100 statt 148 Seiten kann man deutlich weniger berichten. Überall muss die Schere angesetzt werden. Da kommt es schon mal dazu, dass das Herzstück eines normalen Konsolenheftes einen Kollaps erleidet (Anm.: GEE ist kein normales Konsolenheft ;)). Da werden auch mal 4 gute Titel auf einer einzigen Seite mit je ca. 80 Wörtern abgespeist. Die W-Fragen „Worum geht’s?“, „Wie spielt’s sich?“, „Was ist gut, was ist schlecht?“ lassen sich auf so wenig Platz nicht mal ansatzweise beantworten. Nur auf eine nicht aussagekräftige Prozentzahl am Ende zu gucken kann es wirklich nicht sein.

Was passiert? Man fühlt sich schlecht informiert, muss sich seine Infos wo anders besorgen -- im Internet, kostenlos und wesentlich umfangreicher. So schließt sich der Kreis, das Heft wird von noch weniger Menschen gekauft. Irgendwann ist dann der Punkt erreicht, in dem ein Magazin dann vor dem Aus steht.

Die Konsequenz:
Die Verlage müssen den ersten Schritt machen um den Teufelskreis zu durchbrechen, der Leser wird es nicht tun und wäre auch schön dumm, wenn er es täte. Wenn die Auflage trotz aller Einsparaktionen hochginge, gäbe es auch keinen Grund wieder irgendwas hoch zustufen, weil’s doch gut läuft.

Um den Kreis von Konsolen und PC-Spieleheften wieder zu schließen, das Problem der Hefte ist das gleiche: Massiver Auflagenverlust.

Das einzige Mittel, welches einzufallen scheint ist das Heft mit zwei DVDs, Spielevollversionen, Schlüsselbändern und anderen Gadgets auszustatten. Auf die Frage, warum man den ganzen Rotz nicht weglässt lautet die Antwort schlicht: Man würde noch mehr Käufer verlieren.

Wenn die Leute eure Hefte nur noch wegen der beigelegten Extras kaufen und nicht mehr wegen des Inhaltes, solltet ihr vielleicht folgende Frage stellen, liebe Spielepresse:

„Haben wir vielleicht etwas falsch gemacht, wenn die Leute unser Heft nur noch wegen seiner Beilagen und nicht mehr wegen des Inhaltes kaufen?“

Und nu?
Das ist wohl die spannendste aller Fragen und ein Patentrezept habe ich auch nicht, dennoch möchte ich ein paar Denkanstöße mit auf den Weg geben:
- Tauscht euch intensiv mit euren treusten Lesern aus, ihr Feedback ist wesentlich wertvoller als das von irgendwelchen Telefonumfragen/Zeugnissen. „Beurteilen Sie das Layout: Sehr gut, gut, in Ordnung, Änderungsbedarf. Nächste Frage [...]“

- Wenn ihr eine tolle Idee habt, testet sie „live“, ob sie am Ende beim Leser ankommt, kann kein Test an Fokusgruppen beweisen. Klappt etwas nicht, seid so ehrlich und gebt es zu statt bis zum nächsten großen Redesign an missglückten Ideen festzuhalten.

- Schaut euch die Hefte aus euren Hochzeiten an, welche dort vorhandenen Sachen sind im laufe der Jahre verloren gegangen?

- Sucht euch etwas, das euch auszeichnet. Nur ein Wertungssystem ist ein bisschen mager um sich von Mitbewerbern abzuheben

- Nur mit Stammkäufern kann man langfristig planen, denn sie halten zu einem -- auch im Sommerloch.

Die einzig logische Konsequenz -- fun generation

28.4.07

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Ein Text etwas abseits meiner üblichen Heftkritiken, etwas persönlicher und wohl ein ewiger Wunschtraum. Wurde vor einem Jahr als Leserbrief verfasst und erscheint hier in überarbeiteter Neuauflage ;)
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Im Mai 1999 bekam ich meine PlayStation und begann Videospielehefte zu lesen, genauer gesagt ein bestimmtes. Just in dem Monat brachte CyPress zum ersten Mal das O.P.M. heraus. Damals war ich 10 Jahre alt, blätterte mich durch alle sich am Kiosk befindlichen PlayStation-Hefte und entschied mich für das neue offizielle PlayStation-Magazin. Die zweite Demo-CD zur Heft(neu)einführung war für mich ausschlaggebend gewesen. Auch heute würde ich noch zu dieser Zeitschrift greifen, wenn auch aus anderen Gründen.

Ich hab den letzten Jahren viel gelesen, doch ich habe es noch immer nicht geschafft „meine“ O.P.M. 6/99 komplett von der ersten bis zur letzten Seite durchzulesen. Wer heute sich ein PlayStation-Heft am Kiosk kauft, hat es nach spätestens drei Stunden ausgelesen und wird es auch nicht wieder in die Hand nehmen, zu uninteressant geschrieben, zu schwach vom Inhalt.

Wie kam es dazu? Die „geliebte“ Marktforschung führte z.B. bei OPM2 zu einer riesengroßen Schrift, jeder Menge bunter Bildchen und extrem kurzen Texten. Dass das neue Heftkonzept nicht aufging, wissen wir. Zwar wurden am Ende noch vergleichsweise gute 50.000 Hefte abgesetzt, allerdings für ein offizielles PS2-Magazin viel zu wenig, angesichts der horrenden Lizenzkosten und der wenig prickelnden Anzeigensituation.

Ende 2002 fing ich an Videospielhefte zu sammeln und inzwischen hab ich eine ganz ordentliche Sammlung, auch wenn noch einige für mich interessante Hefte fehlen (Wer SegaPro, SuperPro, PC Power und Co. im guten und vollständigen Zustand hat, darf sich gerne bei mir melden ;)).

Ein Heft hat es mir dabei besonders angetan, die „fun generation“. Immer wieder mal nehme ich ein paar Ausgaben in die Hand und blättere drin. Im Nachhinein könnte ich viele Tränen darüber vergießen, dass ich dieses Heft nicht ab 11/99 gekauft habe. Überhaupt, ich habe es nie gekauft. Mein Blick war immer nur auf PlayStation gerichtet.

Im laufe der Jahre haben sich die Hefte stark verändert. Von den einzigartigen Freakheften mit einer verkauften Auflage von über 100.000 (laut IVW für play & O.P.M.) hin zum trüben Einheitsbrei, auf von einem Tief in das nächste. Charme suchte ich in den letzten Jahrgängen der play vergebens.

Ob mit „Abogeddon“ und der „USS play“ in die Zukunft, dem interessantesten Teil dieses Magazins „Was lange wärt, wird endlich gut -> O.P.M. - neu bei CyPress“ oder „des Rätsels Lösung, komm rein in die fun generation“, CyPress hatte immer recht geniale Ideen für Abo- und Eigenanzeigen. Was bekomm ich heute präsentiert? Das schnöde Heftcover mit ein bisschen langweiligem Werbetext -- super, ganz toll. Die Zahl der Abonnenten nahm immer weiter ab -- mittlerweile sind die Abo-Anzeigen stinklangweilig und werden einfach überblättert. Die Cyan/Magenta Kombination der fun generation konnte man nicht übersehen, egal wie sehr man sich angestrengt hat.

Das OPM2 für junge Casualgamer und weibliche Spieler war ein Reinfall. play und PlayZone stritten sich jedes Quartal ums neue, wer mehr Käufer bei den IVW-Zahlen verloren hat. Konsequnez? CyPress stampfte seine beiden PlayStation-Hefte ein um play³ zu schaffen, die zwar alles anders, aber kaum etwas besser macht.

Wenn man sich die Verkaufszahlen anguckt fällt eines auf. Auch wenn die GamePro große Verluste hinnehmen musste, führt sie bei den Konsolentiteln ohne PC-Anteil doch deutlich. Nach dem alle Multiformat-Konsolenhefte bis auf die MAN!AC im Jahre 2000 hopps gingen, wagte man bei IDG 2002 den Schritt ein neues Heft dieses Genres zu machen und das, obwohl es für die MAN!AC weniger gut lief.

Doch man hatte die zu dem Zeitpunkt bei Konsolenheften noch recht unverbrauchte Idee eine DVD beizulegen. OK, so neu war sie auch nicht, eine Heft-DVD mit Videos gab es sich doch schon eine ganze Weile bei der PlayZone. Doch mit dem lockeren Stil fand man im Bereich Multiformat scheinbar eine Marktlücke. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Als einziges Heft hatte die GamePro steigende Verkaufs- und Abonnentenzahlen, als einziges Konsolenheft der letzten Jahre mehr als 10.000 Abonnenten und was man lange Zeit für unmöglich hielt, man stieß das OPM2 von seinem Marktführerthron.

Sind Multiformatmagazine ein totes Genre? Wohl kaum, denn die GamePro bewies das Gegenteil. Gut, Mitte 2003 versuchte sich CyPress auch wieder an einem, allerdings mit PC und ohne allem, was ein klassisches Heft ausmachte. Mit einem Preis von nur einem Euro und 250.000 Druckauflage wurde die Video Games Aktuell gestartet. Erfolgreich? Mehr oder weniger. Trotz des Dumpingpreises konnte man wohl nicht genug Käufer erreichen. Die CD mit Vollversion kam, Heft kostet 1,99. Der Abwärtstrend war wohl fürs erste gestoppt. Es kamen mehr Seiten, verändertes Coverdesign und schließlich eine DVD. Inzwischen liegt der Preis bei 2,99 und man setzt 50.000 Hefte ab. Rund doppelt so viel, wie die letzten play-Ausgaben. Die anvisierten „Massenmarktzahlen“ erreichte man wohl nie und wird es auch nicht.

Was in der heutigen Magazinlandschaft fehlt ist ein Heft mit Herz und Seele -- eine fun generation. Auch wenn ich mich gegen die ganzen Heftbeilagen eigentlich wehre, eine gut gemachte DVD würde ich nicht ablehnen. Klar, auch mit dem üblichen Schnickschnack News, Previews und Tests, aber auch mit Reportagen und Specials, die man in gedruckten Bildern kaum umsetzen kann. Was sagen z.B. ein paar Standbilder über die Entwicklung der Bestias bei Final Fantasy aus? Nicht viel. Tipps zu frustigen Endgegner sind schön und gut, aber wäre es nicht einfacher in der Praxis zu sehen, wie man das Problem aus der Welt schafft?

Wenn man sich das Layout der 2000er fun generation-Hefte anguckt, könnte man optisch bis auf den Wertungskasten auch sieben Jahre später fast alles noch ohne Einschränkungen verwenden. Vielleicht war das der Fehler des letzten fun generation-Konzepts -- sie war ihrer Zeit wohl ein Stückchen zu weit voraus.

Das Layout klar strukturiert, übersichtlich, verspielt, ansprechend und schlicht aber gleichzeitig nicht langweilig oder zu farbarm. Alle Artikel hatten eine nette Aufmachung, wodurch sie nicht trist erschienen, einen aber auch nicht mit ihrer Farbpracht erschlagen.

Mir gefällt es noch immer, obwohl ich eher auf extrem bunte Dinge wie die CVG stehe und die „fun“ eigentlich gar nicht meine optischen Vorlieben wiederspiegelt.

Unvergessen sind die Leserbriefseiten: Ein Brief von einem Ex-Redakteur, wo gibt’s denn so was? Wirft man einen Blick in die heutigen Leserforen oder wie sich die Seiten inzwischen schimpfen, es ist fast ausschließlich stumpfes beantworten der immergleichen Fragen „was ist NTSC?, wann erscheint Spiel XYZ, was könnt ihr mir über sowieso sagen?“. Das kann man sich schenken, dafür ist der knappe Platz doch viel zu kostbar.

Bleibt zu letzt noch das Wertungssystem:
Spielspaß lässt sich nicht in Prozenten/im 100er System messen -- die Pseudogenauigkeit nützt keinem was, ist die zweite Ziffer doch fast immer nur der persönliche Geschmack des Testers.

Sicher folgt nun der Einwurf: „Wir würden ja gerne, aber der Markt fordert nun mal das Prozentsystem“.

Nunja, störte sich bei CyPress jemand von der Verlagsgründung 1995 bis zum Mai 2000 daran? Nein. Fuhr man damit schlecht? Nein, man war im Sektor der unabhängigen PlayStation-Magazine Marktführer. Wurden die Verkaufszahlen mit dem Wechsel des Wertungssystem besser? Nein -- na so ein Zufall.

Vielleicht kennt hier jemand den Slogan des Heftes Neon, „Eigentlich sollten wir erwachsen werden“. Ich möchte kein Heft, welches mich wie ein Kleinkind behandelt, ich will ernst genommen werden. Ich will keine Fachliteratur, ich möchte lediglich umfassend, aber unterhaltsam informiert werden.

Ist es zu viel verlangt eine gut geschriebene, niveauvolle Berichterstattung über sein liebstes Hobby haben zu wollen? Ohne den ganzen Lifestylerotz und ohne übertriebenen Designanspruch bestimmter „Elitehefte“.

Das einzige Heft, welches für mich all diese Aspekte vereinen konnte und wirklich existierte?
fun generation.

Es gibt nichts mehr, was auch nur annähernd vergleichbar auf dem Markt wäre. Es ist ein Loch, welches gefüllt werden möchte -- eine Lücke/Nische, die groß genug ist um drin überleben zu können. Drum gebt ihr eine zweite Chance, ready for fun?

Mission: Casualgamer -- Ziel: Erreicht?

24.4.07


Wii Player-Logo

Mit der Wii-Konsole und dem DS hat Nintendo eine Konsole/ einen Handheld auf den Markt gebracht, die sowohl neue und bislang unerreichbare Menschen ansprechen als auch solche, die nur selten vor der Konsole hängen, die sogenannten Casualgamer. Diese kaufen sich vielleicht alle viertel Jahr mal ein neues Spiel, sind vor allem für EyeToy und Co. zu begeistern und spielen auch gerne Mal Spiele für zwischendurch.

Die Spielergruppe scheint ein ungeheures Ausmaß zu haben, jedenfalls versuchen die verschiedensten Verlage krampfhaft diese Menschen an ihre Hefte zu locken. Hierdurch ergeben sich zahlreiche Probleme. Ein Casualgamer greift wie der Name schon sagt nur gelegentlich zu spielen, genauso wenig kauft er regelmäßig ein Spieleheft. Wenn er zu einem Heft greift möchte er wissen, ob ein Spiel Spaß macht und nicht ob es 16fachen Shader unterstützt. Allgemein wird technisches „Blabla“ nicht so gerne gesehen, auch sollten die Tests keine besonderen Kenntnisse über andere Spiele voraussetzen. Hier ist dann auch der entscheidende Knackpunkt. Tests für Casualgamer müssen vergleichsweise leicht verständlich geschrieben werden. Der regelmäßige Heftleser (die lieben Stammkunden) kommt sich da häufig leicht verschaukelt vor, weil die vermeintlichen Tests eine Aussagekraft von „Schaut euch die Wertung am Ende des Tests an und ihr wisst wie gut das Spiel ist“ haben.

Casualgamern nun ein eigenes Heft zu spendieren ist daher schon mal eine gute Idee. Immerhin kann man es ganz auf ihre Bedürfnisse zuschneiden ohne anderen Leuten etwas wegzunehmen. Wie die Umsetzung bei „Wii Player - Das Magazin“ gelungen ist, schauen wir uns nun ein bisschen genauer an.


Cover:
Menschen bei einem Spielheft aufs Titelbild zu hieven geschieht eher selten und über den Sinn lässt sich sicherlich auf vortrefflich streiten. Fakt ist, wenn sie keinem Spielehelden ähneln, haben sie eine gewisse Neutralität und vergraulen nicht eventuelle Kunden, der mit Genre XY nichts anfangen kann.

Ansonsten dominieren ein warmer gelb-orange Ton und der weiße Hintergrund das Geschehen. Die Schlagzeilen sind aussagekräftig, dennoch nicht reißerisch in Szene gesetzt.

Aktuell:
Die erste Heftrubrik bringt einen bunten Themenmix über ein paar mehr oder weniger aktuelle Spiele. Ganz nett, aber nicht weltbewegend. Erwähnenswert ist höchsten der Spider-Man Artikel. Der besteht aus ziemlich genau 6 Sätzen, bekommt dennoch ganze zwei Seiten eingeräumt, die vor allem von dem Tobey Maguire Bild ausgefüllt werden. Im Anschluss an die Kurzartikel folgt eine Seite mit einer Kolumne mit dem Thema „Nintendo und ich“.

Reportage:
Nach welchem Motto im Heft Blocksatz und linksbündiger Franseltext verwendet wird, ist mir nicht so ganz klar. Der Wii-Bericht ist linksbündig verfasst, der im Prinzip selbe Artikel nur halt für den DS ist im Blocksatz geschrieben. Für Neulinge, auf diese das Heft zielt, sind sie lesenswert und bieten einen guten Kompromiss zwischen Bildern und Infos. Die Reportage zum Thema „Wie entsteht ein Videospiel?“ ist leider etwas arg oberflächlich geraten und auch das Verhältnis von einem Teil Text zu drei Teilen Bildern ist unausgewogen.

Spiele im Fokus ersetzt die typischen Vorschau/Testrubriken. Sie dürfte die umfangreichste im Heft sein, wirkt insgesamt aber etwas kurz, was auch an der mangelnden Vielfalt liegen mag. Sicher interessieren sich die Gelegenheitsspieler vor allem für Jump’n’Runs, Simulationen und Geschicklichkeits-/Denkspiele, dennoch wäre es sicherlich nicht verkehrt gewesen auf den ein oder anderen Blick „über den Tellerrand“ zu gewähren.

Die Bewertung der getesteten Spiele ist denkbar einfach gehalten. „Lohnt den Kauf nicht“, „Guter Titel“, „Pflichtkauf“. Für eine Orientierungshilfe ist das völlig ausrechend, das Herumreiten auf ein paar Prozentpunkten wäre in diesem Heft noch überflüssiger als es sonst schon ist. Die Zielgruppe ist damit bestens bedient.

Die Länge der Artikel ist sehr schwankend, manchmal leider etwas kurz aber überwiegend in annehmbarer Länge.

Mit Shopping-Guide (wer’s braucht...), Gewinnspiel, Leserzeugnis und Lifestylezubehör werden die letzten Seiten gefüllt und schon ist man bei der Vorschau auf Seite 66 für das nächste Heft angekommen.

Fazit:
2,99 sind für gerade mal 68 Seiten nicht gerade günstig, dennoch lohnt sich die Investition, wenn man zur angepeilten Zielgruppe des Heftes gehört. Auf Grund ihrer sehr unterschiedlichen Längen lassen sich die Artikel nicht pauschal als gut oder schlecht abstempeln. Überwiegend werden aber brauchbare Texte abgeliefert, an den sich so mancher Lifestyletitel gerne eine Scheibe abschneiden darf. Frau ist mit „Wii Player - Das Magazin“ übrigens auch weit besser als mit „play vanilla“ bedient.

Am 20. Juni geht’s mit Ausgabe 07+08/2007 weiter. Wünschen kann man sich neben ein paar mehr Seiten Umfang eigentlich nur, dass das vorhandene Potenzial genutzt und weiter ausgebaut wird. Um die Zukunft des Heftes zu sichern, wären ein paar Anzeigenkunden mehr nicht schlecht, es gibt gerade mal drei Seiten Werbung (+ drei vom Verlag). Das Projekt an diesem Punkt scheitern zu sehen wäre jedenfalls bitter.

Daten und Fakten:
Start: 18. April 2007
Erstausgabe: 05+06/2007
Verlag: Computec Media
Segment: Casual-Spielehefte/Nintendo-Magazin
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Copy-Preis: EUR 2,99
Redakteur (V.i.S.d.P.) : Florian Brich
Druckauflage: 60.000 Exemplare (Verlagsangabe)

Layoutgeneration Nr. 4 - PC PowerPlay Ausgabe #30

20.4.07

Frisch gestylt startet PC PowerPlay in den Mai. An der Doppelartworkstrategie wird leider erst mal festgehalten, so dass das Two-Worlds-Motiv sich nicht ganz entfalten kann. „Gothic-Flop“ und „Battlefield kann einpacken“ -- diese Art von BILDschlagzeile nervt beizeiten, ist zum Glück aber relativ dezent auf dem Cover platziert. Erst beim genaueren Hinsehen fällt ein wichtiger, positiver Punkt auf: Der "Mehr Spiel/Spaß/Service"-Slogan ist verschwunden.

Editorial:
In den letzten Monaten arg von mir gescholten, ist es diesen Monat gelungen. Die Neuerungen werden kurz vorgestellt (wenn auch der Platzseitenhieb nicht hätte sein müssen) -- und, Rüdiger wird verabschiedet und das neue Redaktionsmitglied vorgestellt. „Rüdi im Wandel“ ist wirklich ein nettes Detail.

Der Newsteil ist zwar nun eine ganze Ecke bunter, sieht jedoch wesentlich übersichtlicher und strukturierter aus.

Auf Grund der neuen Schrift lässt und der Umstellung auf ein dreispaltiges Layout lässt sich die Textmenge schlecht beurteilen ob man mehr oder weniger bekommt (HomiSite, wo bist du? ;)). Insgesamt macht der Vorschauteil einen sehr übersichtlichen, schlichten Eindruck und lässt sich vom Auge gut erfassen.

Die Teamseite hat sich vom Cynamitegrün verabschiedet, hier dominiert ein wesentlich augenfreundlicheres blau von nun an das Geschehen. Ebenso ist die neue Rubrik(überschriften)art wesentlich angenehmer zu lesen.

Testteil:
Viele massive Kritikpunkte der dritten Layoutgeneration wurden ausgemerzt und so präsentiert sich eine deutlich entschlackte „So testen wir Seite“.

Sprache, USK-Angabe, Preis und Steuerungsgeräte werden nun endlich wieder textlich dargestellt, die platzraubenden Symbole sind verschwunden. Ebenfalls hat man sich vom Säulendiagramm „Direktvergleich“, sowie von der völlig überflüssigen Angabe zur Steuerung verabschiedet. Das Tortendiagramm „Spielelemente“ taucht zwar immer noch auf, ist jedoch wesentlich ansehnlicher geworden.

Ebenfalls dringend nötig war eine Überarbeitung der Top 30 Listen. Diese enthalten zwar nur noch 25 Spiele, die schülerzeitungsähnliche Aufmache ist nun einer professionelleren gewichen.

Die Tests sind allesamt augenfreundlich gestaltet, auch kommt der heile, nicht in der Mitte durchgebrochene Wertungskasten wieder zum Einsatz. Von der Länge her kommen sie mir recht kurz vor, kann aber wie eingangs erwähnt durch die neue Schrift täuschen.

Die Leserbriefe haben eine anständige Länge, für meinen Geschmack darf an diesen Seiten aber noch nachgefeilt werden. Es wirkt einfach noch zu platzverschwenderisch. Vor allem, da man sich auch im Wertungskasten von unnützen grafischen Spielereien getrennt hat, hätte man hier auch noch mal das Radiergummi ansetzen könne.

Nanu, Leserbriefe, jetzt schon? Ja, der dreizehnseitige Magazinteil ist ein Stückchen nach vorne gerutscht, wohingegen sich der Hardwareteil nun am Ende des Heftes befindet. Auf die Erwähnung des WoW-Teils *räusper*, der Tipps und Trick-Seiten habe ich verzichtet.

Fazit:
Den meisten überflüssigen Schnick-Schnack der dritten Layoutgeneration hat man hinter sich gelassen und damit viele Kritikpunkte der letzten Monate ausgemerzt. Das Heft macht einen deutlich besseren Eindruck als die letzten Monate, ob optische Gestaltung, Editorial oder Magazinteil.

Mit 118,5 redaktionellen Seiten wird leider nun ein drittes Mal in Folge ein neuer Tiefststand markiert. Ohne es jetzt speziell an „dieses oder jenes fehlt“ festmachen zu können, so spürt man die fehlenden 20-40 Seiten doch deutlich, hier herrscht dringender Nachholbedarf.


Daten und Fakten:
Start: 24. November 2004
Erstausgabe: 12/2004
Verlag: CyPress GmbH
Segment: PC-Spiele-Heft
Erscheinungsweise: monatlich
Copy-Preis: EUR 2,99 inkl. DVD
Chefredakteur : Martin Deppe
Verkaufte Auflage: 70.464 Exemplare (IVW, IV/2006)