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Spielen statt arbeiten

2.2.08

Nicht nur viele Redakteure sind einem gewissen Fußballspiel gnadenlos verfallen, offenbar konnte auch die CyPress-Geschäftsleitung ihre Finger nicht von der Konsole lassen, wie das folgende Video zeigt:



Immerhin, wer mit spielen beschäftigt ist, kann keine Fehlentscheidungen treffen ;-)

Die letzten Worte der DVD Vision

1.2.08

Die Einstellung der DVD Vision war eine der typischen und unschönen. Ihr wurden mit den Worten „die nächste Ausgabe erscheint am 18.10.07“ die Lichter ausgeblasen. Auf den Seiten 64 und 65 im Test der Elviscollection wurde jedoch eine kleine Botschaft versteckt. Einige Buchstaben sind in grau statt schwarz gedruckt, man muss also genau hinschauen. Liest man alle grauen Buchstaben in Reihenfolge, erfährt man, was die Redaktion zur Einstellung ihres Heftes wohl gedacht haben muss.

Wer die Ausgabe 11/2007 nun nicht griffbereit hat, möge nun einen Blick auf den vielleicht letzten „CyPress-Insider“ werfen.

Verraten

und

Verkauft


„Verraten und Verkauft“

ZukunftsVISIONen:
Widescreen startete mit Trailer-DVD und 132 Seiten Heftumfang für € 3,99. Es folgen Spielfilm und 148 Seiten Umfang bei einem Preis von € 4,99. Quasi über Nacht strich man den Umfang ersatzlos auf 100 Seiten zusammen. Es folgte ein Preiserhöhung auf € 5,90 und beim Relaunch zu Widescreen-Vision gingen auch die Spielfilme wieder flöten.

Um es mit einem Wahlkampfslogan auszudrücken: „Gerechtigkeit kommt wieder“. Bei den aktuellen IVW-Zahlen verliert die Widescreen-Vision erdrutschartig 44% der Käufer im Einzelhandel. Gerade Mal noch 14.648 Käufer fanden sich am Kiosk durchschnittlich pro Ausgabe im 4. Quartal 2007.

Ein Name und eine Hülle reichen eben nicht, um die Seele und Käufer einer Zeitschrift zu halten.

Das war die PC PowerPlay – Ein Rückblick von Magaziniac

1.11.07

ACHTUNG
Vorher Teil 1 und Teil 2 im Original AUFMERKSAM lesen.

Nach lesen dieses Blogeintrages auch die HINWEISE am Ende des Textes beachten.

Rückblick Teil 1/2

Herbst 2004, das Phrasenschwein ist bereits geschlachtet. Wir hatten ein klares Ziel vor Augen. Irgendwo da vorne musste es sein, oder dahinten, oder fünf Kilometer weiter rechts oder war’s doch links? Jedenfalls sollte nach 1997 wieder ein großes PC-Spieleheft an den Start gehen. Anstelle von neuen Schreiberlingen setzten wir auf Altbekannte und bekamen dadurch kostenlose Werbung in Form von relativ viel Aufmerksamkeit.

Gemeinsam wollten wir eine Alternative zu den angestammten Heften auf den Markt bringen, denn bereits vor uns hatten GameStar und PC Games die älteren Spieler im Visier, wohingegen die PC Action eher jüngere Leser anspricht. CyPress geht es vor dem PC PowerPlay-Launch blendend und während sich Computec, IDG, Bauer und Springer gerade eine ruinöse Vollversionsschlacht liefern, gibt es keinen besseren Zeitpunkt um in den Markt einzusteigen. Da der Dumpingpreis unseres Schwesterheftes Games Aktuell schon nicht dazu taugte, um große Verkäufe zu generieren, gehen wir ebenfalls damit an den Start und verramschen das Heft für 2,99.

Mit einem in fünf Minuten zusammengeschusterten Dummy, geht ein Teil des Teams auf Werbetour. Die Resonanz ist überwältigend. Für 50% der befragten ist das Glas halb voll, für 50% ist es halb leer. Das hastig in Paint erstellte Cover in rot/schwarz hat gegen ein blaues mit Photoshop natürlich keine Chance, deswegen muss hier noch ordentlich nachgebessert werden. Gar nicht so einfach, schließlich ist das halbe Team noch damit beschäftigt für die Konkurrenz zu schreiben. Andere Redaktionen basteln schon mal sechs Monate an ihrer Debütausgabe, die Zeit haben wir allerdings nicht. Deswegen kopieren wir einfach das beste aus GameStar und PC Games um eine PC GamesStar, pardon, PC PowerPlay zu erschaffen.

Die Reihenfolge der Rubriken, die Umfänge der Artikel, einzelne Elemente – das alles ergibt sich relativ schnell, schließlich können auch wir das Rad nicht noch mal neu erfinden, schon gar nicht in der kurzen Zeit.

Mit dem Ergebnis sind wir zufrieden, das Heft fügt sich perfekt in das Kioskbild ein. Vielleicht greift ein GameStar-Käufer versehentlich zum falschen Magazin. Aus dem Stand landet die PC PowerPlay in den roten Zahlen, das angepeilte Ziel ist erreicht. Das Heft selbst wirkt etwas kantig, aber im Endeffekt ist es uns ganz gut gelungen uns alles wichtige an den passenden Stellen zusammenzuborgen. Die Vollversion hat auch einen Keks verdient, dazu später mehr.

Die Stimmung ist so lala, die zweite Ausgabe ist in der Mache, der WoW-Hype beginnt und wir haben wieder eine klasse Vollversion.

PC PowerPlay ist wie gewünscht in der Verlustzone gestartet, alles läuft. Nachts ist es kälter als draußen, heißt es bekanntlich. Doch anstatt Zuhause ist kürzer als zu Fuß, greift fünf Sterne Geschäftsführer Stefan Winners den Bootsjungen ins Ruder. Früher als geplant soll der Dauertiefpreis angehoben werden, weil die angehäuften Verluste schon am Budget der Schwesterhefte knabbern. Außerdem hat eines unserer Schwesterhefte mit einer Preisschlacht „bis aufs Blut“ gedroht. Der höhere Heftpreis dient allerdings nicht um unser Budget zu erhöhen. Stattdessen sollen wir den übersättigten Markt mit zwei Vollversionen weiter verstopfen, ohne dass wir mehr Geld für die Beschaffung kriegen. Das Team ist von der Kostenbremsstrategie und der letzten Handlung von Winners schwer geschockt.

Aber an manchen Tagen hat man Pech und an anderen kann man einfach nicht gewinnen und so verlässt uns auch noch Patrick Hartmann.

Da es zu einfach wäre sich durch Layout und Coverdesign von den Mitbewerbern abzuheben und die Marktforschung ergeben hat, dass blau eine schöne Farbe ist, packen wir Videos im WMV-Format auf die DVD. Der erwartete Auflagenanstieg bleibt aus, noch immer findet uns niemand am Kiosk.

Es ist Juni 2005. Wir müssen zwei Vollversionen bringen und haben aktuell nichts zugkräftiges an Exklusivmaterial. Die Mitbewerber schlafen, sie ignorieren unseren Dumpingpreis. Der Zusammenbruch der New Economy 2000, der 11. September 2001 und die Wiedervereinigung 1990 haben immense Kosten verursacht. Für diese plötzlichen Ereignisse hat der Verlag keine Reserven vorgesehen. Noch dürfen wir Verluste machen, aber unser scheidender Geschäftsführer will eine schwarze Null sehen.

Die Marktforschung hat ergeben, dass der Markt nicht mehr wächst. Aber es ist ja nicht unsere Aufgabe das Heft trotz geringerer Verkäufe auf ein solides Fundament zu stellen.

Das erste Jahr PC PowerPlay ist so gut wie vergangen. Nach dem sehr guten Start gerät der Motor des Heftes ins Stottern, die Suche nach den Ursachen beginnt. Fehler finden wir keine. Die Forenuser, die kritisieren, dass wir kaum von den Mitbewerber zu unterscheiden sind, haben alle unrecht.


Rückblick Teil 2/2

Eigentlich schwingt der Henker schon mit seinem Beil, denn Profitabel kann das Heft mit dem Preis erst ab 150.000 verkauften Exemplaren werden. Doch unser neuer Geschäftsführer sieht das ganze nicht so eng. Also wird nach neuen Nischen gesucht, die noch nicht bedient werden. Die der CBS-Käufer erscheint uns dafür am geeignetsten. Also haben wir uns für „Mehr Spiel. Mehr Spaß. Mehr Service.“ als Heftkonzept entschieden. Jetzt, wo das Heft hopps ist und der Verlag seine Pforten geschlossen hat, können wir ja auch ruhig zugeben, dass das zweite Redesign für die Tonne war. Außerdem tut es uns sehr leid, es den Moderatoren übel genommen zu haben, dass Konzept genauso blöde zu finden, wie wir auch.

Da die PC PowerPlay bereits ordentlich am Schlingern ist und die Onlineauftritte nur aus Foren bestanden (auf pcpowerplay.de hat ja nie jemand Updates gemacht und opm-net wollte ohne Flashplayer nicht laden), muss da was gemacht werden. Aufopferungsvoll übernehme ich die Projektleitung eines neuen Onlineportals mit Fantasienamen. Es wäre schließlich Wahnsinn die Auftritte unserer bekannten Marken Grundzusanieren. Wieder bei Null anzufangen, entwickeln eines Konzeptes, aussehen, etc. pp. kostet schließlich auch viel weniger als das tägliche Posten von News auf unserer Seite. Um es offen zu sagen, ohne PC PowerPlay und Cynamite.de hätte CyPress das Jahr 2007 überlebt.

2006 war ohnehin ein Schicksalsjahr für CyPress. Weiter sinkende Verkaufszahlen, Kostendruck und noch immer wird uns der Geldhahn nicht zugedreht. Wir müssen trotzdem Überstunden machen und dann sind die Forenuser auch noch so gemein und sagen uns jeden Monat, was wir falsch machen. Das Allerschlimmste, die Verkaufszahlen geben ihnen auch noch recht. Am liebsten hätte ich mal den kleinen roten Buzzer im Pentagon gedrückt.

Apropos Waffen: Eine der Waffen eines jeden Spielemagazins sind natürlich exklusive Themen. Und zwar am Besten exklusive Geschichten zu den absoluten Top-Themen – die aber jedes Magazin will. Für tolle Sachen reicht unsere Auflage nicht, also nehmen wir halt mal etwas andere Coverthemen. Gelohnt haben sich Dinge wie Rise & Fall aber nicht. Da hat es auch nicht geholfen drei Mal „Exklusiv“ auf das Cover zu schreiben. Dass das Artwork nur ein drittel des Cover einnimmt, teilweise durch Heftlogo, DVD-Spalte, Schriftzug der Coverstory und Barcode verdeckt wird, hat zum Glück noch Schlimmeres verhindert.

Auch Bioshock war im Hinblick auf die Verkaufszahlen im August 2006 ein glatter Fehlgriff. Das Spiel bzw. das Artwork war Schuld daran, dass trotz unseres nur zwei Ausgaben zurückliegenden, zweiten Redesign und kompletter Neuausrichtung inkl. auf die Straße setzen aller bisherigen Käufer, die Verkaufszahlen nicht stiegen.

Während Cynamite.de die Forenuser weglaufen, schrumpft PC PowerPlay weiter. Auch andere Magazine schrumpfen, allerdings schreiben die auch keine roten Zahlen. Da wir auf die Vollversionen im Jahr 2007 verzichten, nutzen wir die eingesparten Kosten nicht um auf einen grünen Zweig zu kommen, sondern senken lieber wieder den Heftpreis. Mit dem alten Geschäftsführer wäre das ja nicht möglich gewesen.

Der Mutterverlag setzt CyPress eine Gnadenfrist, doch dass Verlustobjekt darf weiterlaufen. Und so kommt es, wie es kommen musste. Computec sagt danke zu Games Aktuell und play3.

Leider mag Computec die Augen vor der Realität nicht länger verschließen und macht die PCPP dicht. Eine Vorschau oder einen Hinweis schreiben können wir allerdings nicht mehr, denn der Chefredakteur ist im Urlaub ;-)



Hinweise:
Ja, dieser Eintrag ist sarkastisch und bitterböse.

Was möchte ich hiermit bezwecken? Nun, so ein persönlicher Rückblick ist immer schön und gut. Wenn man dann noch ein paar kleine Fehler eingesteht, ist der normale Leser damit zufrieden und hinterfragt den Text auch nicht mehr.

Aber, wäre euch aufgefallen, dass:

- das Erscheinen von GameStar XL (Februar 2006) PC Games Extended (April 2006) und Computer Bild Spiele Gold (Juni 2006) kurzerhand um bis zu ein Jahr vorgezogen wurde, auf Juni 2005, wo die Heftpreiserhöhung und die mehr Vollversionen bei der PC PowerPlay kamen?

- die Mitbewerber zum Erscheinen der PC PowerPlay einmalig ein Vollversionsfeuerwerk gezündet haben, aber nie den Hauch von Interesse gezeigt haben den Preis als Gegenmaßnahme zu senken?

- man sich mit 100.000 verkauften Heften angeblich zufrieden zeigt, obwohl das Heft erst ab 150.000 eine schwarze Null abwirft?

- ein Geschäftsführer im Sinne seines Unternehmen handelt, wenn er den Heftpreis anhebt um die Verluste zu reduzieren, damit die anderen Publikationen keinen Schaden nehmen?

- man sich an die eigene Nase fassen muss, dass ein Webauftritt auf das Forum reduziert wird, wenn man ihn einfach nicht aktualisiert?

- man nicht auf die Idee gekommen ist, die Onlineauftritte etablierter Marken auszubauen statt von vorne anzufangen?

- man sich scheinbar nie die Frage gestellt hat, warum die PC PowerPlay unbegrenzt lange immense Verluste einfahren darf und trotzdem ein Wahnsinnsbudget hat, play und OPM2 aber kaputt gespart wurden?


Vermutet jetzt nicht hinter jeder Ecke eine Verschwörung oder ähnliches, aber hinterfragt was ihr lest einfach mal ein bisschen. Zur Not könnt ihr auch mit diesem Eintrag beginnen ;-)

euer Evil

Rote Zahlen der PC PowerPlay – Mir verschlägt es die Sprache

15.10.07

Man mag es kaum glauben, was seit heute im PC PowerPlay-Club steht:

Klarstellung
Florian Stangl
Verfasst am: 15.10.2007, 10:00h


Computec Media hat Cypress nicht gekauft und dann PCP eingestellt, damit ein Konkurrent weniger auf dem Markt ist. Das ist falsch.
Richtig ist, dass der Vogel-Konzern, zu dem Cypress bislang gehörte, einen Käufer für den Verlag oder Teile des Verlags suchte. Und Computec hat Teile übernommen, der Rest des Cypress-Verlags wird - salopp formuliert - dicht gemacht. PCP hat immer rote Zahlen geschrieben, so traurig es ist. Und da es keine Perspektive auf Besserung gibt, hat sich kein Käufer gefunden, der das Heft weiterführen will.


Quelle 


Man hat drei Jahre lang die PC PowerPlay den CyPress-Verlag in den Abgrund reißen lassen, statt irgendwann mal die Notbremse zu ziehen und dem Trauerspiel ein Ende zu setzen. Aber lieber hält man sich über 35 Ausgaben ein absolutes Verlustobjekt, dass sämtliche Gewinne auffrisst und am Ende das Aus für einen kleinen Traditionsverlag der Branche bedeutet.

Und nu? Na ja, wird CyPress eben dicht gemacht. Shit happens!? Die Leichtigkeit bestimmte Dinge zu nehmen möchte ich auch haben, NICHT.

Max-Planck-Str. 13 – Ich über euch, von OPM bis Cynamite

2.10.07

 Der Beginn

Es ist Mai 1999 und ich bin fast pleite, meine Ersparnisse sind ausgeben. Dafür gehört mir nun eine PlayStation mit Tekken 3 und Blazing Dragons. Es sind nur noch meine 20DM Taschengeld da. Mein Vater fährt mit mir zu Marktkauf, mit großen Augen stehe ich vor einem riesigen Regal, voll mit Zeitschriften. Ich hab eine PlayStation, ich brauch ein PlayStation Magazin. World of PlayStation... hm, ne keine Demo-CD, play PLAYSTATION.. ne, auch nicht. PlayStation – Das Fun-Magazin nur 5 Demos... Was ist das? Zwei Demo-CDs mit 19 spielbaren Demos? Kann nicht sein, noch mal gucken. Doch es stimmt, das Heft muss ich haben – aber DM 12,80? Mein Vater gibt mir sechs Mark dazu und ich mach mich auf zur Kasse. Einmal „Das offizielle PlayStation Magazin“? Macht DM 12,80!

Ab nach Hause. Demo-CD rein. Best of Fighting, geil! Ich liebe Beat’em-Ups und so viele Demos. Ins Heft geschaut. Wow, über sechs Seiten zur Beat’em-History. Ich liebe dieses Heft. Aber DM 12,80.. ich bekomm doch nur 20 Mark im Monat. Mitte Juli, die Ausgabe 7/99 erscheint. Ihh, da sind ja kaum Tests drin und ich will Cheats, ganz viele Cheats! Ich will PlayStation Solutions!

Die Ausgabe 7/99 mach ich also Pause, doch ich hab wieder verlangen nach einer Demo-CD. PlayStation Zone? Ne, das sieht hässlich aus und der Mann im Editorial macht mir angst. PlayStation – Das Fun Magazin? Die Demo-CD ist immer noch mist, also muss es wieder O.P.M. sein. Sporadisch kommt mir O.P.M. nun ins Haus, es ist immer noch sehr viel Geld. Mitte 2000 bin ich mal wieder blank, doch ich brauch was zu lesen. O.P.M. ist nicht drin. Aber die play PLAYSTATION hat da so ein schickes Tekken Tag Tournament Poster und sieht auch geil aus, glaube die könnte ich mal mitnehmen.

In der Tat schaut sie gut aus, aber was soll ich mit den ganzen Importtests und irgendwie ist’s kein O.P.M.... Weihnachten. „Wer jetzt abonniert, bekommt zehn Hefte des 2000er Jahrgangs geschenkt“. Mama! Ich will ein Abo! Nach langem nörgeln steht fest, ich bekomm das 138DM teure Jahresabo. Freunde. Die PlayStation 2 steht in den Startlöchern, mit ihr auch „Das offizielle PlayStation 2 Magazin“. DM 14,80! Ok, O.P.M. ist ins Abo verfrachtet, ich bekomm inzwischen 30 Mark Taschengeld und ich will was über die PS2 wissen. PlayZone, PSM2, play? Ne, OPM2 wird seine Kohle schon wert sein.

Die Zeit verstreicht, der Euro kommt, ich trag inzwischen Zeitungen aus und hab mehr Geld zur Verfügung Außerdem ist mein erste Leserbrief in der OPM abgedruckt. Im September 2002 steht fest, ich will sie alle! PlayZone, play, players. PlayZone und players sprechen mich nicht an, aber egal. Sammeln! Aber die play... Das Layout, viel besser als im Jahre 2000. Es ist göttlich. Meine Farben, und der Schreibstil – wie konnte ich so lange Zeit nur auf dieses Heft verzichten? Zu Weihnachten bekomm ich meine PS2 mit Final Fantasy X.

Irgendwie ärgern mich aber die wenigen PS1-Tests in der play, schließlich bietet das Schwesterheft OPM viel mehr PS1-Tests. Leserbrief geschrieben und er wurde auch abgedruckt. „Wir sind play und unabhängig vom offiziellen, wage es nicht uns in einen Topf zu werfen“. Just in der Ausgabe wurde das Layout gewechselt und ich fand es ziemlich hässlich. Nach dem Leserbriefreinfall hab ich mich dagegen entschieden einen weiteren zu schreiben. Außerdem wird mein O.P.M. zu grabe getragen, seine Lebensspanne und die der PS1 ist 2003 am Ende angekommen.

Zu Ostern bekam ich ein play-Abo geschenkt und hab seit dem jeden Monat das playplaystation.com-Forum mit ’nem Heft-Thread beglückt. Ja, zitieren in einem PXM-Forum ist schon nicht ganz einfach und will gelernt sein, aber ich geb’ mir mühe.

Inzwischen ist meine Zeitschriftensammlung ein gutes Stück gewachsen und ich hab auch von der fungeneration gehört, die früher mal bei CyPress erschien. Moment mal, CyPress plant Video Games Aktuell? Ein neues Multiformat-Heft von CyPress, für einen Euro?

Ich bin ziemlich heiß drauf und kauf die Erstausgabe gleich vier mal. Aber überzeugen kann’s mich nicht. Schulnoten, Sie-Anrede, so gar kein Vergleich zu OPM2 und play – ich find’s doof.

*schnipp*

PC PowerPlay und Forum
CyPress plant ein neues PC-Spiele-Heft. Ich hab ein paar Leserumfragen ausgefüllt und werd’ von der Marktforschung angerufen. Es geht da um ein PC Spiele-Heft. „PC Spiele“ soll einen richtigen Namen bekommen. PC GamePlay, PC PowerPlay, PC Fun, PC PowerPlayer... Neben weiteren Fragebögen trudeln Logoentwürfe ein und auf der GamesConvention gibt es eine Leseprobe. In meinem damaligen Stammforum schaukeln wir uns gegenseitig hoch. Wir das Heft das Zeug haben PC Games und GameStar abzuschießen? Ich bin sicher, ja!

Dezember 2004, PC PowerPlay erscheint, das Forum geht online. Wieder ein PXM-Board, man ist das hässlich! Gemeinsam mit Forenkumpel Vitek und einigen anderen wird kräftig gegen die Forensoftware gebasht, jede Chance wird mitgenommen.

Im April 2005 ist es soweit, wir haben gesiegt. PC PowerPlay bekommt ein vBulletin. Außerdem bekommt das Forum endlich Mods. Das alte hatte keine und war so manchen Trollangriffen ausgesetzt. Vitek wird Mod, ShadowAngel und Benno haben ebenfalls Angebote bekommen. 05 April 2005, das Forum ist inoffiziell schon online. Wütend fahre ich nach Hause, kein Modposten, warum hab ich keinen bekommen? Gefrustet sitz ich am PC, 19.51h. „Sie habe einen Private Nachricht erhalten“. Absender: Simon Fistrich.

Hallo Evil,

hättest du eventuell Interesse an einem Moderator-Posten?
Gruß,
Simon
PC PowerPlay


Ne, oder? Das ist doch jetzt verarsche? Klar hab ich das! Das Forum geht am 06. April offiziell online und ich bin nun auch als Mod dabei.

Gut, der Anfang lief nicht ganz so glatt, hab ein wenig zu oft Threads geschlossen, aber mit konstruktiver Kritik kann man ja was anfangen. Gegen einen Punkt konnte ich trotzdem nichts machen. „Wie kann man ’nen 16jährigen als Mod einsetzen? Das geht ja gar nicht!“

Klar geht das, sieht man doch ;). In der Mitte des Jahres hab ich ein wenig an meinem Schreibstil gearbeitet und endlich die Taste fürs Apostroph gefunden. Opm-net bekam Mods und ich war auch dabei.

Leider machte ich da zum ersten Mal schlechte Erfahrungen mit der Marktforschung. Mein (!) OPM2 wurden vom besten Heft der Welt zu einem Kleinkindermagazin umgestaltet. Hässliches Layout und viel, viel weniger Text. Hab ihnen gewünscht, dass sie mit dem Relaunch ordentlich auf die Schnauze fallen. Das hab ich dann auch geschrieben, nur kommt das nicht so gut als „Meinungen zum Heft“-Moderator und so war für 24h bis zur Klärung mein Posten im opm-net futsch.

Meinen Spaß am Kritisieren hab ich trotzdem nicht verloren und so wurde auch im Dezember das erste Redesign der PC PowerPlay unter dem Titel „Der Unglückfall 13, die neue PC PowerPlay“ gehörig zerrissen. Gab natürlich riesigen Ärger, aber da das gesamte Modteam an einem Strang zog, gab es bis auf einen sehr deutlichen Hinweis sich gefälligst zurückzuhalten wenig relativ wenig Konsequenzen.

Leider bzw. mit ein klein wenig Schadenfreude wurde festgestellt, dass der Relaunch nicht den gewünschten Erfolg brachte und man noch mal ran muss. Nach und nach kamen immer wieder kleine Details raus und so entschloss sich das Modteam wieder zu einem gewagten Spielchen:

Russisch Roulette, noch XX Tage. Nichts wird mehr sein wie es war, noch XX Tage. In XX-Tagen beginnt der Untergang.

Ein Countdown zum Erscheinungstermin der Relaunchausgabe mit diesen und ähnlichen Sprüchen zierte die Signaturen der Mods. Diesmal haben wir’s dann doch zu weit getrieben und es hagelte Maulkörbe. Also gut, haben wir später eben im Modforum den neuerlichen Relaunch komplett zerfetzt und nicht ein gutes Haar am Konzept „Mehr Spiel, Mehr Spaß, Mehr Service“ gelassen.

Rückblickend kann man sagen, die Aktion war sicherlich nicht so das Wahre. Schließlich kannten die User keine Details des Relaunches und wir haben schon im Vorfeld ordentlich Stimmung dagegen gemacht. Recht haben wir trotzdem behalten. Die Auflage ging noch weiter runter, das Service-Konzept kann man einfach nur als Pleite bezeichnen.

Cynamite steht in den Startlöchern, CyPress überarbeitet seine Onlineauftritte.
Die Endphase im PC PowerPlay-Forum war schon sehr geil. Das Forum fast komplett eine zusammenhaltende Community und riesen Vorfreude auf das neue Portal. Die Stimmung war gigantisch, nur einige wenige freuten sich nicht so recht.

Leider hatte das zerfetzen der PC PowerPlay-Relaunches, vor allem auch von mir, eine unschöne Konsequenz. Moderatoren verpflichteten sich, CyPress-Hefte nicht mehr öffentlich auseinander zu nehmen. Außerdem kam da noch ein Wehrmutstropfen hinzu. Aus allen bisherigen CyPress-Foren wurden mehr oder weniger wahllos aktive User angeschrieben, ob sie nicht Bock hätten bei Cynamtite Mod zu sein.

Vorbei die Zeiten des eingespielten Modteams und das gemeinsame Auswählen neuer Kollegen. Gerade mit einem Mod namens Half-Baked222 bin ich so gar nicht klargekommen. Wir haben bezüglich Signaturregeln, was User dürfen und was nicht, alter und neuer Rechtschreibung und einigen anderen Kleinigkeiten immer grundverschiedene Positionen vertreten.

Auch sonst im Forum war die Stimmung am kippen. Opm-net-User unzufrieden, PC PowerPlay-User unzufrieden, play-User am meckern und DVD-Vision-User unglücklich. Warum ich jeden einzeln aufzähle? Man wollte unter sich bleiben.

Keine 14 Tage nach dem Start von cynamite.de, am 29.08, hatte ich die Schnauze voll und hab durch einen anderen User mitteilen lassen, dass ich mir eine Auszeit nehme. Zu dem Zeitpunkt war eigentlich schon klar, dass ich nicht mehr zurückkomme, aber erst am 10.9 hab ich meinen Posten niedergelegt. Natürlich mit aller Dramatik ;). Aber auch anderen Usern, vor allem aus dem PC Bereich gefiel es bei Cynamite nicht und mit Victory Point spalteten sich viele der ehemaligen PCPP-User ab. Im Oktober 2006 war meine moderatorenlose Zeit wieder um und seit dem müssen GameStar Pinboard und GamePro-Forum mit mir leben *g*.

Zurück zu den Heften
Hier und da ein bisschen verbittert bei Cynamite gebasht und schließlich mit entsetzen festgestellt, das OPM2 und play im Oktober die gleichen Hefte wurden. Die Artikel waren mehr oder weniger komplett identisch. Nun war das eingetreten, für das ich 2003 noch ordentlich eins auf den Deckel bekam. Man ist doch nicht mehr unabhängig vom OPM2.

Festgestellt, dass halfbaked doch gar nicht so ein schlechter Mensch ist und wir beide die fungeneration lieben. Die Frage im Forum gestellt, ob die play die Zukunft verschlafen hat und im April 2007 mit entsetzen ansehen dürfen, dass OPM2 und play beide dichtgemacht werden. Play3 in einem Anflug von Enttäuschung für schlecht gehalten und zum ersten Mal das letzte Redesign der PC PowerPlay nicht für grundlegend schlecht empfunden.

Massive Auflagenverluste, IVW-Austritte und schrumpfende Redaktionen haben eines gezeigt, bei CyPress läuft vieles unrund und es könnte bald zu spät sein. Während meines Praktikums bei der GamePro hörte ich die Bombe dann hochgehen, am ersten Tag der GC: Computec übernimmt play3 und Games Aktuell.

Was danach geschehen ist, möchte ich nicht noch mal wiederholen, es liegt zum Teil noch nicht mal eine Woche zurück.

Nur noch die Betrachtung des Ergebnisses.
CyPress ist tot. Einige Teile wandern zu Computec, doch den Verlag, der mich an das Thema Videospielhefte brachte, wird es bald nicht mehr geben. Die letzten Ausgaben von DVD Vision und PC PowerPlay liegen am Kiosk.

Acht von deinen zwölf Jahren stand ich dir fast immer treu zur Seite, bin mit dir durch alle Höhen und Tiefen gegangen. Habe fast jedes deiner Sonderhefte gekauft, vieles gnadenlos niedergemacht, mich aber auch in so manche Ausgabe verliebt. Meine erste O.P.M. ist bis heute nicht durchgelesen, ihr wusstet wie man 148 Seiten bis zum letzten Millimeter füllt. Schade, dass ihr es in den letzten Jahren vergessen habt.

Danke für acht Jahre Lesespaß. Danke dafür, dass ich eure Foren Moderieren durfte und danke, das ihr von 11/99 bis 01/01 das für mich perfekte Videospielheft herausgegeben habt, auch wenn ich die fun zu ihren Lebzeiten nicht schätzen gelernt habe.

Heft-Statistik:
Periodika:
60x fun
44x OPM
15x Planet Movie
80x OPM2
119x play
35x PC PowerPlay
85x DVD Vision
12x GC Today
51x Games Aktuell
7x play3

Sonderhefte:
9x DVD Aktuell
1x DVD Vision Paramount-Geburtstag
2x Games Aktuell Next Gen
1x Games Aktuell PS3
1x Games Aktuell Tipps und Tricks
1x Game Hits
1x Nintendo DS Sonderheft
2x O.P.M. Sonderheft
1x PC PowerPlay: World of Warcraft
4x play Portable
6x play THE PLAYSTATION Tipps und Tricks
1x PlayStation 2 Kids
15x PlayStation 2 Sonderheft
2x PSP – Das offizielle Magazin
1x Xbox 360 Sonderheft

Macht unterm Strich 508 reguläre Ausgaben und 48 Sonderhefte (ohne Cynamite Print).

Zahlenspiele und Anderes:
- Den Seitenrekord der CyPress-Konsolenhefte hält die play 11/99 mit 180 Seiten Umfang.
- Vom Messeheft und Games Aktuell mal abgesehen hatte jedes CyPress-Heft irgendwann mal eine Klebebindung.
- Benedikt Plass hatte mit nur zwei Ausgaben die kürzeste Amtszeit aller CyPress-Chefredakteure.
- Die letzte Ausgabe der fun generation hatte neben der Zweiköpfigen Chefredaktion nur noch einen Redakteur.
- OPM1 konnte im Jahre 2001 als einziges Konsolenonly-Heft eine verkaufte Auflage von über 100.000 ausweisen. 2003 wurde die magische Marke noch ein einziges Mal vom OPM2 erreicht.
- 119 Ausgaben, kein CyPress-Heft gab es länger als die play.
- Das fünfte PlayStation 2-Sonderheft ist mit € 9,80 das teuerste CyPress-Heft gewesen.
- Das Rennspielsonderheft von OPM1 war mit  7 Mark nicht nur das günstigste aller CyPress-Sonderhefte, sondern auch die einzige OPM-Ausgabe ohne Demo-CD.
- Die Druckauflage der 6/99er OPM lag bei über 400.000 Stück.
- Sechs Ausgaben lang stand "neu" auf dem Titel der PC PowerPlay. Üblich sind normal drei.
- Alle Heftpreise wurden bei der Euroumstellung abgerundet.
- Kein CyPress-Heft kam mit einem Einführungspreis auf den Markt.
- fun generation brachte es auf drei grundverschiedene Heftkonzepte und drei verschiedene Chefredakteure im Jahr 99.
- OPM2 wurde als Marktführer unter den PlayStation-Magazin eingestellt.
- Die höchste IVW-Meldung von CyPress stammt aus dem 2. Quartal 1999 von OPM – 148.269.
- 11.626 Abonnenten im 3. Quartal 2001 für die play. Kein CyPress-Magazin hatte jemals mehr.
- Die Teams von OPM, OPM2 und play verabschiedeten sich bei Einstellung ihrer Hefte von den Lesern.
- Die 172 Seiten starke OPM2 12/2002 hat 55 Anzeigenseiten, kein CyPress-Heft hatte je mehr.
- Niemand mag mich: play 02/2006 hatte nur 3 Anzeigenseiten.
- Video Games Aktuell 8+9/03 hatte nur 60 redaktionelle Seiten, absoluter Tiefststand.
- Die Juni-Ausgabe der PC PowerPlay von 2005 hatte 180 redaktionelle Seiten, absoluter Höchststand.
- Fun Generation, Planet Movie, OPM1, Games Aktuell und DVD Vision hatten alle mindestens eine zweimonatliche Ausgabe.
- fun, OPM1, play und Games Aktuell haben im Laufe der Zeit zum Prozentsystem gewechselt.
- Seit dem Heftlaunch 2003, hat sich der Preis von Games Aktuell verdreifacht.
- Bei nur 35 Ausgaben kommt die PC PowerPlay auf drei Konzeptionsänderungen und vier Layouts.
- Von Planet Movie und fun generation gibt es keine Sonderhefte.
- Jeder Ausgabe der PC PowerPlay hat Verluste gemacht, dennoch wurde das Heft erst mit der Verlags"pleite" eingestellt.
- Bei OPM2 fand nie ein Wechsel des Chefredakteurs statt.
- OPM1 und OPM2 haben nie Geburtstag gefeiert.
- DVD Vision war das erste CyPress-Heft, das seine Leser gesiezt hat.
- Das letzte CyPress-Projekt, Cynamite Campus, ist nie erschienen. 
- play PLAYSTATION war das erste unabhänge PlayStation-Magazin in Deutschland. Erwartet wurde eine verkaufte Auflage von 30.000, fast 100.000 wurden es.
- play hat, mit Ausnahme der PlayZone, jeden PlayStation-Mitbewerber überlebt.


Danke


Schön war die Zeit,
euer Evil.

Nachschlag: CyPress / Computec

28.9.07

Die Würfel sind nun also gefallen. DVD Vision wird mit Ausgabe 11/07 nach 85 Heften wortlos dichtgemacht (1), PC PowerPlay geht ebenfalls ohne eine einzige Silbe unter.

Das Wichtigste in aller Kürze:
- Ahmet Iscitürk übernimmt die Objektleitung von cynamite.de und Games Aktuell.
- Thomas Szedlak bleibt Games Aktuell Chefredakteur
- Cynamite.de wird künftig als powered by Games Aktuell laufen
- Florian Stangl ist kein Chefredakteur mehr bei Cynamite.de. Er übernimmt künftig eine leitende Position im Bereich neue Medien
- Objektleiter Konsolen-Magazine wird Florian Brich. Er übernimmt die Position von Harald Wagner, der Leiter vom offiziellen Vista-Magazin wird.
- PC PowerPlay wird eingestellt. Abonnenten können als Ersatzlieferung zwischen PC Games und PC Action wählen.

Quelle: Link

Die Meldungen über CyPress – Der Countdown läuft

24.9.07

Die gesammelten Meldungen der letzten Wochen:

22.08.2007 – Computec Media übernimmt von Cypress die Titel Games Aktuell und Play 3

Die Computec Media AG beabsichtigt, von der Cypress GmbH die Titel Games aktuell und Play 3 sowie verschiedene weitere Assets zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu übernehmen. Hierzu haben die Parteien einen Vertrag vereinbart, der unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch das Kartellamt steht.


computec.de

10.09.2007 – Bundeskartellamt segnet Computec-Cypress-Deal ab

Auf der GC - Games Convention war die geplante Übernahme von "Games Aktuell", "Play 3" sowie weiterer Assets des CyPress Verlags durch Computec Media Tagesgespräch. Nun gab das Bundeskartellamt grünes Licht für das Vorhaben. Zum 1. Oktober werden die Spielemagazine den Herausgeber wechseln, teilte Computec mit. Keine weiterführenden Informationen lieferte das Verlagshaus, ob und welche weiteren Cypress-Aktivitäten über die genannten hinaus übernommen werden sollen.


gamesmarkt.de

22.09.2007 WÜRZBURG/HÖCHBERG – Cypress steht vor dem Aus
(md) Nach dem Verkauf zweier Zeitschriftentitel an die Fürther Computec Media steht die Höchberger Cypress GmbH, eine Tochter der Vogel Medien Gruppe in Würzburg, vor ihrem Ende. Immerhin: Etwa zwei Drittel der 45 Mitarbeiter werden zu Computec wechseln – oder beim Stammhaus unterkommen. Das teilte Vogel-Chef Claus Wüstenhagen dieser Zeitung auf Anfrage mit.

Ende der 90er war die auf Zeitschriften rund um Computerspiele spezialisierte Cypress GmbH kräftig gewachsen. Doch zuletzt liefen den Cypress-Magazinen die – meist sehr jungen – Leser davon. „Die Szene findet fast nur noch im Internet statt“, so Wüstenhagen. Die Ausbreitung von schnellen Internet-Breitbandanschlüssen zu Flatrate-Konditionen hätte den Magazinen zusehens den wirtschaftlichen Boden genommen.

„Wir haben ein Jahr lang gekämpft“, so Wüstenhagen: „Das jetzt war nicht die Wunschlösung“. Für die auf Medien für Technik-Profis spezialisierte Vogel Medien Gruppe seien Markt und Leserschaft von Cypress allerdings auch nie das Stammgeschäft gewesen, fügte er hinzu.


Würzburger Mainpost


24.09.2007 – Cynamite.de ab dem 1. Oktober bei der Computec Media AG

Cynamite.de hat sich einen festen Platz in der Favoritenliste vieler Internetuser gesichert und das soll sich ab dem 1. Oktober 2007 unter der Flagge der Computec Media AG nicht ändern. Gemeinsam mit dem Cynamite.de-Team will die Computec Media AG weiter am Erfolg des beliebten Multiplattform-Portals arbeiten, um in Zukunft noch mehr topaktuelle Berichterstattung aus der Welt des Electronic Entertainment zu liefern.

Weitere Informationen folgen in Kürze.

http://www.cynamite.de/pc/news/more/cynamitede_ab_dem_1_oktober_bei_der_computec_media_ag/66032/cynamitede_ab_dem_1_oktober_bei_der_computec_media_ag.html

Viele Fragen bleiben offen:
- Wenn die jungen Leser davon liefen, warum man zum Beispiel OPM2 genau auf diese ausrichtete.

- Warum man eine unwirtschaftliche PC PowerPlay so lange am leben hielt, wenn man ein Jahr lang kämpfte. Hätte man nicht alle Kräfte in die anderen Hefte stecken müssen, um diese zu retten? Ständige Layoutwechsel und nicht zuletzt die Rückrufaktion dürften immense zusätzliche Kosten auf der PC PowerPlay-Seite verursacht haben.

- Warum kaufte man CyPress überhaupt, wenn der Verlag gar nicht zum Stammgeschäft passt?

- Was geschieht mit der DVD Vision und ihren restlichen Mitarbeitern?

Wie CyPress gegen die Wand gefahren wurde - Die Ära Bochdanovits

29.8.07

Die Chronik beginnt im Jahre 2003, dort wurden die letzten beiden richtigen Entscheidungen getroffen (Einstellung OPM1 / Planet Movie), danach leistete man sich nur noch Fehltritte, zielsicher einen nach dem anderen…


2003, Februar:
Die play verliert ihr Gesicht. Keine Spielereien mehr, keine Einzigartigkeit. Man ist keine Alternative mehr zum Einheitsbrei.

2003, März:
Eine DVD für die play. Besser spät als nie, aber: Die GamePro und die PlayZone sind mit ihren DVDs bereits etabliert. Die play-DVD hat weder irgendwelche Neuerungen zu bieten, noch ist sie qualitativ dem bisher gebotenen überlegen.

2003, Mai:
Video Games Aktuell kommt auf den Markt. Das Magazin ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man ein Heft völlig am Leser und am Markt vorbei konzeptionieren kann.

Punkt 1: Wieso nenne ich ein Heft, welches PC und Konsolenspiele testet „Video Games Aktuell“? Wenn ich PC-Spieler ansprechen will, darf ich diese doch nicht mit dem Heftnamen quasi ausschließen.

Punkt 2: Wen spreche ich mit bunter Optik, Gewinnspielen, Schulnoten und letztlich auch dem Taschengeld/Dumpingpreis von einem Euro an? Jugendliche. Wen nicht? Erwachsene. Warum in Gottes Namen sieze ich dann meine junge Leserschaft?

Punkt 3: Wieso sollte ich als Gelegenheitskäufer zu einem Heft greifen, welches aufgrund seiner zweimonatlichen Erscheinungsweise keine Aktualität besitzt? So kann es mir bei Spontankäufen überhaupt nicht zur Beratung beistehen, Mitnahmepreis hin oder her.

Dass ein Heft mit einer Druckauflage von 250.000 Exemplaren, bei einem Preis von nur einem Euro gerade mal über die 100.000er Marke kommt, spricht bände.

2003, Oktober:
Getreu dem Motto „Was beim ersten Versuch scheitert, geht auch beim zweiten Mal schief“ drückt man DVD Aktuell auf den Markt. Copypreis 1,50, Druckauflage 200.000, Frequenz 4x p.a.. Bei Erfolg sollte das Heft monatlich kommen. Mal abgesehen davon, dass man sich vom Hauptheft nur Käufer abzieht, auch wenn man ja mit dem Konzept eine „völlig“ andere Zielgruppe anstrebt: Wer soll mit einem 1/4 jährlichem DVD-Heft etwas anfangen können? Das Fragen sich die Leser bis heute. Aus vierteljährlich wurde 3x p.a. und heute kommt es halbjährlich auf den Markt. Der Umfang liegt noch immer bei 84 Seiten, der Preis wurde um 49Cent auf 1,99 angehoben. Massenmarkt sieht anders aus – hier sind sich Käufer und Anzeigenkunden einig.

2004, Mai:
Vollversionen sind das Allheilmittel. Noch immer kann man mit der Video Games Aktuell keinen Blumentopf gewinnen. Was liegt also näher, dem seit Oktober monatlich erscheinendem Heft, eine CD mit PC-Spiel-Vollversion beizulegen? Gleichzeitig wird der Evt. auf den der Screenfun angepasst. Nebenbei verdoppelt sich der Heftpreis wegen des Datenträgers auf 1,99. Wieder verpennt man es mit der Zukunft zu gehen, die CD (Medium völlig veraltet) enthält neben dem Spiel nichts. Kein einziger redaktioneller Beitrag ist vorhanden. Und der unpassende Name ist noch immer da.

2004, Dezember:
OK, wir sind schon mit Video Games Aktuell für 1€ und DVD Aktuell für € 1,50 auf die Fresse geflogen. Warum nicht noch ein drittes Mal den Versuch wagen? PC PowerPlay geht mit starker Redaktion, DVD-9, Vollversion und 196 Seiten zum Preis von 2,99 an den Start. Eigentlich will man die PC Games überholen und den Spielestern vom Himmel schießen. Die Erstausgabe wandert in etwa 140.000 Mal über die Ladentheken, eine glatte Bauchlandung. Jede weitere Ausgabe wird zum Tritt in die Weichteile, denn es werden von Mal zu mal weniger abgesetzt.

Natürlich ist auch hier wieder das Problem hausgemacht. Die Marktforschung hat das ganze Heftkonzept verwässert (da ist das böse „M“-Wort zum ersten Mal gefallen). Vor sich hat man eine PC GamesStar liegen. Die PC PowerPlay hat mehr oder weniger das Beste aus beiden Heften zusammengeklaut und bietet, mit Ausnahme des Wertungssystems, nichts Neues. GameStar-Leser sind in großer Zahl Abonnenten und deshalb schwerer zu fangen. Und mal ehrlich, wer mit seinem Heft zufrieden ist, wird es nicht wechseln – auch wenn der Mitbewerber 2 € günstiger ist.

2005, Mai:
Alessandro de Bochdanovits wird Geschäftsführer bei CyPress. Bei allem was nun an Entscheidungen getroffen wird, kann man nur noch den Kopf auf den Tisch schlagen. Immer und immer wieder.

2005, Juni:
Die PC PowerPlay hebt den Preis auf 3,60 an. Dafür liegen dem Heft von nun an 2-4 Vollversionen bei. Wie das der Auflage helfen soll, weiß wohl auch niemand, kurze Zeit später geht es auf Talfahrt.

2005, Juli:
Die Video Games Aktuell kostet von nun an 2,90, hat dafür eine DVD beiliegen. Der Titel suggeriert auch weiterhin, dass es sich um ein reines Videospielheft handelt, die DVD ist praktisch hingegen nur für PC-Spieler zu gebrauchen. Den Massenmarkt hat man als Zielgruppe genauso aus den Augen verloren, wie den „Mitnahmepreis“. Das Heft ist weiterhin günstig, aber zum „mal eben so kaufen“ inzwischen zu teuer.

2005, August:
Je jünger die Zielgruppe, desto größer die Auflagenverluste. Was liegt also näher als 20% der redaktionellen Seiten zu streichen, die Textmenge zu halbieren, die Schriftgröße zu erhöhen, die Bilderzahl zu verdoppeln und das Heft mit videospielfremden Inhalten „Entertain Me“, wie billigstem Hip-Hop aufzublasen? Damit will man vor allem jüngere Leser, sowie weibliche Zocker absprechen. Das Heft ist für jeden der bisherigen Käufer (die älter als 13 sind) komplett „unlesbar“ geworden. Man hat mit den Heftrelaunch quasi von heute auf morgen jeden Stammleser auf die Straße gesetzt. Alle Änderungen wurden nach umfangreichen Marktforschungen vorgenommen. Dass OPM2 mit € 6,99 aber viel zu teuer für die Zielgruppe der Kleinkinder ist, scheint niemanden zu interessieren. Genauso wenig, wie dass weibliche Zocker auch gerade zu einem PS2-Heft greifen werden, nur um etwas über Tokio Hotel zu lesen.

2005, September:
PSP – Das offizielle Magazin geht an den Start. 116 Seiten dünn (erscheint 3x jährlich) und 4,99 teuer. Den ohnehin kaum noch vorhandenen Infogehalt des neuen OPM2s reduziert man noch mal um 75%. Die Tests sind unsagbar mies. Man ist zwangsweise auf die Wertungen am Ende angewiesen, weil die Texte keinerlei Infos enthalten, wie gut das Spiel ist. Gleichzeitig heißt es „dein PSP-Magazin-Team“. Auch hier kollidieren Leseransprache und PSP-Käufer wieder völlig miteinander. Ein Achtjähriger kann sich kaum einen 250 € Handheld leisten.

2005, Dezember:
Schnellschüsse bei der PC PowerPlay. Den Thread im Forum nannte ich „Der Unglücksfall 13 – Die neue PC PowerPlay“. Nach dem man nun 12 Ausgaben lang kläglich daran gescheitert war der GameStar Leser abzugreifen, entschied man sich nun die PC Games zu kopieren. Es folgte eine unglaubliche Flut an Bildern und Extrakästen. Alles was man aus dem Fließtext auslagern konnte, wurde ausgelagert. Der „Erfolg“ sprach für sich, die Auflage fiel schneller denn je.

2006 – Neues Jahr, neues Pech. Das Drama um OPM2, play, Games Aktuell und PC PowerPlay geht weiter. Wer dachte, CyPress hätte 2005 schon jeden nur möglichen Bock geschossen, muss noch einmal tief schlucken.

2006, Mai:
Endlich schafft man es das Wort „Video“ aus dem Titel zu streichen – Games Aktuell ist da. Das Heft wird optisch einem Totalrelaunch unterzogen und man wechselt vom Schulnoten zum Prozentsystem. Das erste Mal seit langem wird ein CyPress-Heft durch einen Relaunch nicht schlechter. Aber eine Erfolgsmeldung würde die Bilanz des neuen Geschäftsführers nicht passen und so hat auch diese Geschichte ihren Haken.

Das Heft spricht von der Aufmachung her nun ganz klar Erwachsene an, hat aber die jüngste Leserschaft aller CyPress-Magazine. Was die Auflage davon hält, muss nicht noch mal erwähnt werden.

2006, Juli:
Das Redesign der PC PowerPlay war ein totaler Reinfall. Also wollte man nun beweisen, dass man noch mehr danebengreifen kann. „Mehr Spiel, mehr Service, mehr Spaß“. Zwar trennte man sich endlich vom blauen Logohintergrund, machte ansonsten aber alles falsch, was man nur falsch machen konnte. Ursprünglich wollte man mit der PC PowerPlay ältere Leser ansprechen, sowie den anspruchsvollen Zocker. Nun wollte man neben diesen auch noch die blutigen Einsteiger haben. Das man so eine Zielgruppenbandbreite in einem Heft nicht vereinen kann, ist eigentlich jedem Menschen klar. U.a. führte man Lächerlichkeiten, wie die Steuerungserklärung mit einer Maus ein (als wenn auf dem Faltzettel des Originalspiels das nicht draufstehen würde). Nun wiederholte sich das selbe Spielchen, wie beim OPM2 bereits ein Jahr zuvor. Keiner der bisherigen Leser kann mit dem neuen Konzept etwas anfangen und genauso entwickelt sich auch die Auflage.

2006, August Part 1:
opm-net.de, dvdvision.de, gamesaktuell.de, pcpowerplay.de und playplaystation.com werden eingestampft. Alle Webauftritte sind zwar reichlich angestaubt und benötigen dringends massive Überarbeitungen. Aber die fünf Marken sind etabliert und besitzen einen gewissen Bekanntheitsgrad.

Man nehme etwas Dynamite, eine Priese CyPress und etwas grüne radioaktive Masse. Einmal gut durchschütteln, damit auch alles kaputt geht – Fertig ist Cynamite.

Dass das Kunstwort mit dem Verlagsnahmen spielt, dürfte ein paar „Freaks“ auffallen, aber mal ehrlich: Wen der normalen Leser interessiert es, aus welchem Verlag sein Heft stammt, solange der Inhalt stimmt?

Das Portal ist die reinste Katastrophe – von vorne bis hinten. Eigentlich sollte es schon viel früher kommen, die Arbeiten daran verzögerten sich aber immer weiter. Nur eines stand fest: Es MUSS vor der Games Convention online gehen, um jeden Preis.

Und genau das war zu spüren. Bugs an jeder Ecke. Ein schlecht eingestelltes Forum, massive Serverprobleme, viele Funktionen noch nicht integriert, Inhalte unvollständig. Von Übersicht und Bedienkomfort keine Spur. Viele Dinge hätten sich beheben lassen, wäre mehr Zeit gewesen. Es kann doch irgendwo nicht angehen, seine Mods zwei Tage vor dem Launch auf Fehlersuche zu schicken.

Die konservativen Herren des DVD-Visions-Forum (30 Jahre aufwärts) kann man nicht mit der opm-net-Kiddietruppe (12 Jahre) zusammentun, das führt zu Konflikten. Auf seine Moderatoren will man nicht hören, auch wenn diese teilweise schon jahrelange Erfahrung haben. Die Quittung bekommt er recht bald. Die alten Communitys sind zerstört, ein Großteil der User für immer verloren. Aus 2.000 Postings am Tag werden 1.000 und irgendwann fällt selbst die Marke von 600 Beiträgen am Tag. Das wesentlich kleinere PC PowerPlay-Forum hatte nicht weniger Postings im Schnitt. Aber nicht nur beim Forum lagen Wunschdenken und Realität so dicht beieinander, wie Nord- und Südpol. Für 3,99 im Monat gibt es Zugriff auf Cynamite Gold. Dabei handelt es sich um ein mit GameStar Premium vergleichbares Angebot. Im Jahresabo-Vergleich doppelt so teuer, dafür aber mit Zugriff auf ein winzigkleines Demo- und Videoarchiv. Das PDF-Archiv kam erst viele Monate später. Es zeichnete sich dadurch aus, dass man kein Heft in einem Rutsch runterladen konnte (geht inzwischen bei einigen Heften), dafür aber jeden Artikel einzeln als unkomprimiertes PDF. Gleiches galt auch für die Videos. Die waren in den Anfangstagen absolut nichtssagend, dafür aber gerne mal 100MB groß.

Von den ganzen Technischen und inhaltlichen Mängeln mal abgesehen, sah es auch personell extrem schlecht aus. Die Onlineredaktion wollte man sich aus Kostengründen sparen. Dass man an vielem, aber nicht an allem sparen kann, dämmerte irgendwann. Ändert aber nichts am der Tatsache, dass Simon Fistrich, Gunter Hruby und Co. auch weiterhin ihre Hefte machen müssen.

2006, August Part 2:
Nach dem schon alle Dumpingpreishefte nicht den gewünschten Erfolg erzielen konnten, geht man noch einen Schritt weiter. Neben dem Onlineportal Cynamite.de startet man auch Cynamite als gedrucktes Heft. Die Auflage soll bei 250.000 liegen, bis heute ist aus der angestrebten IVW-Prüfung nichts geworden. Das Heft hat 52 Seiten, erscheint monatlich und kostet nichts. Es soll in Lokals, Szenetreffs, bei NewYorker usw. ausliegen. In freier Wildbahn habe ich es allerdings noch nie gesehen. Die Ausgaben, die ich besitze, habe ich mir allesamt vom Verlag zuschicken lassen. Inhaltlich bekommt man Wischi-Waschi-Texte geboten. Neben dem Cover kann man als Anzeigenkunde auch Artikel kaufen.

2006, Oktober:
Dirk Gemeinhardt wechselt in die Chefredaktion des Cynamite-Heftes, seine Position bei der play übernimmt OPM2-Chef Christian Blendl. Von nun an werden offizielles und unabhängiges PlayStation-Magazin von den selben Personen geführt. Tut aber nicht viel zur Sache. Bereits seit Monaten erscheinen oft wortgleiche Artikel in beiden Hefte, nun ist aber jegliche Trennung aufgehoben. Die play-Texte sind allerdings geringfügig länger. Unfreiwilliges Schmunzeln tritt dabei auf, wenn ein Spiel in OPM2 und play eine unterschiedliche Wertung bekommt, der Text und der testende Redakteur identisch sind.

2007 – Das Jahr der Entscheidung?!

2007, Februar:
Die PC PowerPlay trennt sich von ihren Vollversionen. Sie rechnen sich nicht mehr (sofern sie das je taten). Der Preis sinkt wieder auf 2,99, der Heftumfang auf 148 Seiten.

2007, März:
Eine Ära geht zu Ende. play THE PLAYSTATION wurde so abgewirtschaftet, dass nun nach fast 10 Jahren und 119 Ausgaben Schluss ist. Auch OPM2 streicht nach 80 Ausgaben mit Heft 04/2007 die Segel. Beide Zeitschriften sind unrentabel geworden. Man hat es versäumt mit der Zukunft zu gehen und hat sich falsch positioniert.

2007, April:
Das „PS3-play-Magazin“ hat seinen Arbeitstitel verlassen und nennt sich play³. Wie üblich, bricht man auch hier wieder mit der bisherigen Käuferschicht. Und obwohl es in die Richtung „ältere Leser ansprechen“ gehen soll, schafft man es wieder an der Zielgruppe vorbeizuschießen. Letztlich werden wohl die Verkaufszahlen von OPM2 kompensiert, die der play sind aber weg.

Die PCPowerPlay tritt aus der IVW aus. Dank Verlagsangaben liegt man angeblich ganz knapp vor der „PC Action“.

2007, Mai:
„Alles neu, macht der Mai“. Langsam dürfte ich so jede der Standardphrasen aufgebraucht haben, lässt sich aber nicht vermeiden ;). Mal wieder ist es Zeit für ein neues PC PowerPlay Layout. Die desaströse Serviceoffensive des letzten Konzepten wird schnell wieder in die Wüste geschickt, doch es gilt das ungeschriebene Gesetz: „Lasse niemals Beständigkeit aufkommen und wechsle das Layout spätestens nach 12 Ausgaben.“

Im Prinzip ist wieder mehr Text auf den Seiten möglich, allerdings ist weniger davon im Heft zu finden. Dafür ist die Redaktion bereits zu stark geschrumpft und Florian Stangl/Simon Fistrich müssen neben dem Heft ja auch noch Cynamite.de machen.

2007, Juni:
Keine Vollversionen mehr bei der Games Aktuell. Auch wenn hier sicherlich der Verzicht eher aus Geldmangel als aus Vernunft geschieht, die Auflage fällt weiter.

Und als hätte man aus den Reinfällen der Vergangenheit nicht schon genug Schaden erlitten, startet man das nächste Geldgrab: Cynamite Campus.
Druck: 200.000
Preis: Kostenlos
Vertrieb: An Unis und Hochschulen

2007, Juli:
Bei den IVW-Zahlen präsentiert sich ein neuer Drückeberger, die Games Aktuell tritt aus.

2007, August Part 1:
Die gesamte Auflage der PC PowerPlay muss eingestampft werden. Auf der DVD hat sich ein Trailer eingeschlichen, in dessen nichtdeutscher Fassung eine Hakenkreuzflagge gehisst wird.

Bei Wikipedia tauchen derweil am morgen des Bekanntwerden Gerüchte auf, dass ein Kopf in der Chefetage des Heftes gerollt ist.

Der finanzielle Schaden muss immens sein und den nur noch 50.000 verkauften Heften, dürfte dieser Zwischenfall sicherlich auch nicht geholfen haben.

2007, August Part 2:
Computec gibt bekannt bei Games Aktuell und play³ übernehmen zu wollen.

Der Anzeigenmarkt liegt man Boden und noch ein Stückchen darunter liegen die Auflagen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der PC PowerPlay in Kürze der Geldhahn zugedreht wird. Von Anfang an ein Investiotionsobjekt und heute eigentlich nicht mehr, als ein kaum noch zu rettender Sanierungsfall. Den Mut das Ruder herumzureißen hatte bislang niemand und wird wohl auch niemand mehr haben. Auch sonst sieht es beim Verlag düster aus, eine Cashcow hat er jedenfalls nicht mehr im Stall. Die von mir recht geschätzte DVD-Vision hat es wegen ihrer Kontinuität nicht in diesen Blogeintrag geschafft, aber fährt seit langem auch nur noch Zahlen ein, die der fun generation vor Jahren das Genick brachen.

2007, August Part 3:
Die neue PC PowerPlay kommt am 29.08.07 in den Handel. Martin Deppe ist weg (und mit ihm auch leider ein gutes Stück Textqualität), David Bergmann ist nur noch in einem Budgettest vertreten. Um dem Jugendschutz eine Freunde zu machen, lässt man einen 15jährigen den Shooter Stalker testen. Gelungener Einstieg für den neuen V.i.s.d.P..

P.S.
Ich hoffe, ihr könnt euch vorstellen, wie sehr mich diese Entwicklung schmerzt -- trotz oder gerade wegen dieses Textes. Denn mit CyPress hat meine Leidenschaft zu Videospielheften im Mai 1999 angefangen.

Tieftraurig über die Entwicklung, 
Euer Magaziniac.

PC PowerPlay - Dinge die nicht ins Heft sollten, Part II

26.8.07

Nach dem im letztem Monat bereits der Trailer mit dem Hakenkreuz auf der DVD landete, hat man im September-Heft schon wieder einen dicken Bock geschossen.

Diesmal befindet sich ein zweiseitiger Lesertest zu Stalker im Heft. An sich nichts Schlimmes und ich will mich auch gar nicht über die inhaltliche Qualität aufregen. ABER: Das Spiel hat in Deutschland keine jugendfreigabe, sprich der Titel ist ab 18. Nun werft doch mal einen Blick in das Profil des Testers. Man war auch gleich so gut das Alter mit abzudrucken. Der liebe Junge ist 15.

Leute, was soll der Scheiß? Irgendwo passt es nicht, wenn euer inzwischen Ex-Chefredakteur im Landtag zum Thema Jugendschutz diskutieren darf -- ihr gleichzeitig aber eure Vorbildfunktion mit Füßen tretet.

Ein Nachschlag zur September-Ausgabe folgt in den kommenden Tagen.

CyPress Verlag am Ende?!

22.8.07

Die Computec Media AG beabsichtigt, von der Cypress GmbH die Titel Games aktuell und Play 3 sowie verschiedene weitere Assets zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu übernehmen. Hierzu haben die Parteien einen Vertrag vereinbart, der unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch das Kartellamt steht.


Die Eilmeldung ist es dann mal Wert meinen "Urlaub" zu unterbrechen. Mal sehen, ob ich euch dennoch Ende August mit der Drama-History bei CyPress beglücken kann...

Quelle

PC PowerPlay -- Verkaufszahlen I/2007

9.5.07

Wie im letzten Blogeintrag erwähnt, gab es für die PC PowerPlay keine IVW-Zahlen für das erste Quartal 2007. CyPress konnte sich dennoch durchringen eine Verlagsangabe für die durchschnittlichen Heftverkäufe I/2007 herauszugeben:

PC PowerPlay Verkaufszahlen 01/2007


Holen wir nun die IVW-Zahlen von vor einem Jahr heran und rechnen kurz nach.
I/06 - 113.536 verkaufte Exemplare
I/07 - 71.650 verkaufte Exemplare

Entspricht einen Minus von 36,89%. Interessant hierbei wäre natürlich zu erfahren, wie viel vom Auflagenverlust durch Einsparung der Vollversionen aufgefangen werden konnte. Kleiner Trost, auf Grundlage dieser Zahlen liegt man mit 931 Exemplaren mehr ganz knapp vor der PC Action.

Quellen:
cypress.de -> Mediendaten -> IVW-Zahlen
ivw.eu

Die einzig logische Konsequenz -- fun generation

28.4.07

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Ein Text etwas abseits meiner üblichen Heftkritiken, etwas persönlicher und wohl ein ewiger Wunschtraum. Wurde vor einem Jahr als Leserbrief verfasst und erscheint hier in überarbeiteter Neuauflage ;)
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Im Mai 1999 bekam ich meine PlayStation und begann Videospielehefte zu lesen, genauer gesagt ein bestimmtes. Just in dem Monat brachte CyPress zum ersten Mal das O.P.M. heraus. Damals war ich 10 Jahre alt, blätterte mich durch alle sich am Kiosk befindlichen PlayStation-Hefte und entschied mich für das neue offizielle PlayStation-Magazin. Die zweite Demo-CD zur Heft(neu)einführung war für mich ausschlaggebend gewesen. Auch heute würde ich noch zu dieser Zeitschrift greifen, wenn auch aus anderen Gründen.

Ich hab den letzten Jahren viel gelesen, doch ich habe es noch immer nicht geschafft „meine“ O.P.M. 6/99 komplett von der ersten bis zur letzten Seite durchzulesen. Wer heute sich ein PlayStation-Heft am Kiosk kauft, hat es nach spätestens drei Stunden ausgelesen und wird es auch nicht wieder in die Hand nehmen, zu uninteressant geschrieben, zu schwach vom Inhalt.

Wie kam es dazu? Die „geliebte“ Marktforschung führte z.B. bei OPM2 zu einer riesengroßen Schrift, jeder Menge bunter Bildchen und extrem kurzen Texten. Dass das neue Heftkonzept nicht aufging, wissen wir. Zwar wurden am Ende noch vergleichsweise gute 50.000 Hefte abgesetzt, allerdings für ein offizielles PS2-Magazin viel zu wenig, angesichts der horrenden Lizenzkosten und der wenig prickelnden Anzeigensituation.

Ende 2002 fing ich an Videospielhefte zu sammeln und inzwischen hab ich eine ganz ordentliche Sammlung, auch wenn noch einige für mich interessante Hefte fehlen (Wer SegaPro, SuperPro, PC Power und Co. im guten und vollständigen Zustand hat, darf sich gerne bei mir melden ;)).

Ein Heft hat es mir dabei besonders angetan, die „fun generation“. Immer wieder mal nehme ich ein paar Ausgaben in die Hand und blättere drin. Im Nachhinein könnte ich viele Tränen darüber vergießen, dass ich dieses Heft nicht ab 11/99 gekauft habe. Überhaupt, ich habe es nie gekauft. Mein Blick war immer nur auf PlayStation gerichtet.

Im laufe der Jahre haben sich die Hefte stark verändert. Von den einzigartigen Freakheften mit einer verkauften Auflage von über 100.000 (laut IVW für play & O.P.M.) hin zum trüben Einheitsbrei, auf von einem Tief in das nächste. Charme suchte ich in den letzten Jahrgängen der play vergebens.

Ob mit „Abogeddon“ und der „USS play“ in die Zukunft, dem interessantesten Teil dieses Magazins „Was lange wärt, wird endlich gut -> O.P.M. - neu bei CyPress“ oder „des Rätsels Lösung, komm rein in die fun generation“, CyPress hatte immer recht geniale Ideen für Abo- und Eigenanzeigen. Was bekomm ich heute präsentiert? Das schnöde Heftcover mit ein bisschen langweiligem Werbetext -- super, ganz toll. Die Zahl der Abonnenten nahm immer weiter ab -- mittlerweile sind die Abo-Anzeigen stinklangweilig und werden einfach überblättert. Die Cyan/Magenta Kombination der fun generation konnte man nicht übersehen, egal wie sehr man sich angestrengt hat.

Das OPM2 für junge Casualgamer und weibliche Spieler war ein Reinfall. play und PlayZone stritten sich jedes Quartal ums neue, wer mehr Käufer bei den IVW-Zahlen verloren hat. Konsequnez? CyPress stampfte seine beiden PlayStation-Hefte ein um play³ zu schaffen, die zwar alles anders, aber kaum etwas besser macht.

Wenn man sich die Verkaufszahlen anguckt fällt eines auf. Auch wenn die GamePro große Verluste hinnehmen musste, führt sie bei den Konsolentiteln ohne PC-Anteil doch deutlich. Nach dem alle Multiformat-Konsolenhefte bis auf die MAN!AC im Jahre 2000 hopps gingen, wagte man bei IDG 2002 den Schritt ein neues Heft dieses Genres zu machen und das, obwohl es für die MAN!AC weniger gut lief.

Doch man hatte die zu dem Zeitpunkt bei Konsolenheften noch recht unverbrauchte Idee eine DVD beizulegen. OK, so neu war sie auch nicht, eine Heft-DVD mit Videos gab es sich doch schon eine ganze Weile bei der PlayZone. Doch mit dem lockeren Stil fand man im Bereich Multiformat scheinbar eine Marktlücke. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Als einziges Heft hatte die GamePro steigende Verkaufs- und Abonnentenzahlen, als einziges Konsolenheft der letzten Jahre mehr als 10.000 Abonnenten und was man lange Zeit für unmöglich hielt, man stieß das OPM2 von seinem Marktführerthron.

Sind Multiformatmagazine ein totes Genre? Wohl kaum, denn die GamePro bewies das Gegenteil. Gut, Mitte 2003 versuchte sich CyPress auch wieder an einem, allerdings mit PC und ohne allem, was ein klassisches Heft ausmachte. Mit einem Preis von nur einem Euro und 250.000 Druckauflage wurde die Video Games Aktuell gestartet. Erfolgreich? Mehr oder weniger. Trotz des Dumpingpreises konnte man wohl nicht genug Käufer erreichen. Die CD mit Vollversion kam, Heft kostet 1,99. Der Abwärtstrend war wohl fürs erste gestoppt. Es kamen mehr Seiten, verändertes Coverdesign und schließlich eine DVD. Inzwischen liegt der Preis bei 2,99 und man setzt 50.000 Hefte ab. Rund doppelt so viel, wie die letzten play-Ausgaben. Die anvisierten „Massenmarktzahlen“ erreichte man wohl nie und wird es auch nicht.

Was in der heutigen Magazinlandschaft fehlt ist ein Heft mit Herz und Seele -- eine fun generation. Auch wenn ich mich gegen die ganzen Heftbeilagen eigentlich wehre, eine gut gemachte DVD würde ich nicht ablehnen. Klar, auch mit dem üblichen Schnickschnack News, Previews und Tests, aber auch mit Reportagen und Specials, die man in gedruckten Bildern kaum umsetzen kann. Was sagen z.B. ein paar Standbilder über die Entwicklung der Bestias bei Final Fantasy aus? Nicht viel. Tipps zu frustigen Endgegner sind schön und gut, aber wäre es nicht einfacher in der Praxis zu sehen, wie man das Problem aus der Welt schafft?

Wenn man sich das Layout der 2000er fun generation-Hefte anguckt, könnte man optisch bis auf den Wertungskasten auch sieben Jahre später fast alles noch ohne Einschränkungen verwenden. Vielleicht war das der Fehler des letzten fun generation-Konzepts -- sie war ihrer Zeit wohl ein Stückchen zu weit voraus.

Das Layout klar strukturiert, übersichtlich, verspielt, ansprechend und schlicht aber gleichzeitig nicht langweilig oder zu farbarm. Alle Artikel hatten eine nette Aufmachung, wodurch sie nicht trist erschienen, einen aber auch nicht mit ihrer Farbpracht erschlagen.

Mir gefällt es noch immer, obwohl ich eher auf extrem bunte Dinge wie die CVG stehe und die „fun“ eigentlich gar nicht meine optischen Vorlieben wiederspiegelt.

Unvergessen sind die Leserbriefseiten: Ein Brief von einem Ex-Redakteur, wo gibt’s denn so was? Wirft man einen Blick in die heutigen Leserforen oder wie sich die Seiten inzwischen schimpfen, es ist fast ausschließlich stumpfes beantworten der immergleichen Fragen „was ist NTSC?, wann erscheint Spiel XYZ, was könnt ihr mir über sowieso sagen?“. Das kann man sich schenken, dafür ist der knappe Platz doch viel zu kostbar.

Bleibt zu letzt noch das Wertungssystem:
Spielspaß lässt sich nicht in Prozenten/im 100er System messen -- die Pseudogenauigkeit nützt keinem was, ist die zweite Ziffer doch fast immer nur der persönliche Geschmack des Testers.

Sicher folgt nun der Einwurf: „Wir würden ja gerne, aber der Markt fordert nun mal das Prozentsystem“.

Nunja, störte sich bei CyPress jemand von der Verlagsgründung 1995 bis zum Mai 2000 daran? Nein. Fuhr man damit schlecht? Nein, man war im Sektor der unabhängigen PlayStation-Magazine Marktführer. Wurden die Verkaufszahlen mit dem Wechsel des Wertungssystem besser? Nein -- na so ein Zufall.

Vielleicht kennt hier jemand den Slogan des Heftes Neon, „Eigentlich sollten wir erwachsen werden“. Ich möchte kein Heft, welches mich wie ein Kleinkind behandelt, ich will ernst genommen werden. Ich will keine Fachliteratur, ich möchte lediglich umfassend, aber unterhaltsam informiert werden.

Ist es zu viel verlangt eine gut geschriebene, niveauvolle Berichterstattung über sein liebstes Hobby haben zu wollen? Ohne den ganzen Lifestylerotz und ohne übertriebenen Designanspruch bestimmter „Elitehefte“.

Das einzige Heft, welches für mich all diese Aspekte vereinen konnte und wirklich existierte?
fun generation.

Es gibt nichts mehr, was auch nur annähernd vergleichbar auf dem Markt wäre. Es ist ein Loch, welches gefüllt werden möchte -- eine Lücke/Nische, die groß genug ist um drin überleben zu können. Drum gebt ihr eine zweite Chance, ready for fun?

Layoutgeneration Nr. 4 - PC PowerPlay Ausgabe #30

20.4.07

Frisch gestylt startet PC PowerPlay in den Mai. An der Doppelartworkstrategie wird leider erst mal festgehalten, so dass das Two-Worlds-Motiv sich nicht ganz entfalten kann. „Gothic-Flop“ und „Battlefield kann einpacken“ -- diese Art von BILDschlagzeile nervt beizeiten, ist zum Glück aber relativ dezent auf dem Cover platziert. Erst beim genaueren Hinsehen fällt ein wichtiger, positiver Punkt auf: Der "Mehr Spiel/Spaß/Service"-Slogan ist verschwunden.

Editorial:
In den letzten Monaten arg von mir gescholten, ist es diesen Monat gelungen. Die Neuerungen werden kurz vorgestellt (wenn auch der Platzseitenhieb nicht hätte sein müssen) -- und, Rüdiger wird verabschiedet und das neue Redaktionsmitglied vorgestellt. „Rüdi im Wandel“ ist wirklich ein nettes Detail.

Der Newsteil ist zwar nun eine ganze Ecke bunter, sieht jedoch wesentlich übersichtlicher und strukturierter aus.

Auf Grund der neuen Schrift lässt und der Umstellung auf ein dreispaltiges Layout lässt sich die Textmenge schlecht beurteilen ob man mehr oder weniger bekommt (HomiSite, wo bist du? ;)). Insgesamt macht der Vorschauteil einen sehr übersichtlichen, schlichten Eindruck und lässt sich vom Auge gut erfassen.

Die Teamseite hat sich vom Cynamitegrün verabschiedet, hier dominiert ein wesentlich augenfreundlicheres blau von nun an das Geschehen. Ebenso ist die neue Rubrik(überschriften)art wesentlich angenehmer zu lesen.

Testteil:
Viele massive Kritikpunkte der dritten Layoutgeneration wurden ausgemerzt und so präsentiert sich eine deutlich entschlackte „So testen wir Seite“.

Sprache, USK-Angabe, Preis und Steuerungsgeräte werden nun endlich wieder textlich dargestellt, die platzraubenden Symbole sind verschwunden. Ebenfalls hat man sich vom Säulendiagramm „Direktvergleich“, sowie von der völlig überflüssigen Angabe zur Steuerung verabschiedet. Das Tortendiagramm „Spielelemente“ taucht zwar immer noch auf, ist jedoch wesentlich ansehnlicher geworden.

Ebenfalls dringend nötig war eine Überarbeitung der Top 30 Listen. Diese enthalten zwar nur noch 25 Spiele, die schülerzeitungsähnliche Aufmache ist nun einer professionelleren gewichen.

Die Tests sind allesamt augenfreundlich gestaltet, auch kommt der heile, nicht in der Mitte durchgebrochene Wertungskasten wieder zum Einsatz. Von der Länge her kommen sie mir recht kurz vor, kann aber wie eingangs erwähnt durch die neue Schrift täuschen.

Die Leserbriefe haben eine anständige Länge, für meinen Geschmack darf an diesen Seiten aber noch nachgefeilt werden. Es wirkt einfach noch zu platzverschwenderisch. Vor allem, da man sich auch im Wertungskasten von unnützen grafischen Spielereien getrennt hat, hätte man hier auch noch mal das Radiergummi ansetzen könne.

Nanu, Leserbriefe, jetzt schon? Ja, der dreizehnseitige Magazinteil ist ein Stückchen nach vorne gerutscht, wohingegen sich der Hardwareteil nun am Ende des Heftes befindet. Auf die Erwähnung des WoW-Teils *räusper*, der Tipps und Trick-Seiten habe ich verzichtet.

Fazit:
Den meisten überflüssigen Schnick-Schnack der dritten Layoutgeneration hat man hinter sich gelassen und damit viele Kritikpunkte der letzten Monate ausgemerzt. Das Heft macht einen deutlich besseren Eindruck als die letzten Monate, ob optische Gestaltung, Editorial oder Magazinteil.

Mit 118,5 redaktionellen Seiten wird leider nun ein drittes Mal in Folge ein neuer Tiefststand markiert. Ohne es jetzt speziell an „dieses oder jenes fehlt“ festmachen zu können, so spürt man die fehlenden 20-40 Seiten doch deutlich, hier herrscht dringender Nachholbedarf.


Daten und Fakten:
Start: 24. November 2004
Erstausgabe: 12/2004
Verlag: CyPress GmbH
Segment: PC-Spiele-Heft
Erscheinungsweise: monatlich
Copy-Preis: EUR 2,99 inkl. DVD
Chefredakteur : Martin Deppe
Verkaufte Auflage: 70.464 Exemplare (IVW, IV/2006)

Xbox 360 Sonderheft - Die besten gibt’s nur einmal

17.4.07

Die Überschrift kann man sowohl positiv als auch negativ auslegen. Das Xbox 360-Sonderheft der „Video Games Aktuell“ hat es leider nur auf eine Ausgabe gebracht. Doch der Reihe nach:

Das Cover ist zugegebener Maßen ziemlich vollgestopft, weiß aber trotzdem zu gefallen. Das mag einerseits an den verspielten Details liegen, andererseits an der sehr gut aufeinander abgestimmten Gestaltung. Wo bei vielen Heften die Spalte mit dem DVD-Inhalt wie ein Fremdkörper wirkt, schmiegt sie sich hier perfekt ins Cover ein und weiß die Balance zwischen Design und Information zu halten.

„Pflichtkauf oder Mogelpackung?“, so lautet die Frage des sehr gut geschriebenen Editorials. Wer nun Lobhudelei erwarten würde angesichts eines Sonderheftes zum Konsolenlaunch wird leider enttäuscht, genauso wer sich insgeheim schon auf einen Veriss gewartet hat. Dank des Multiformat-Eltern wird die nötige Neutralität bewart. Lobenswert: Im Gegensatz zum Mutterheft wird der Leser nicht gesiezt, sondern mit „ihr/euch“ angesprochen, was für ein angenehmes Gefühl beim Lesen sorgt.

Inside Xbox 360
Wie es sich für ein Sonderheft dieser Art gehört, wie die Konsole erst einmal sehr ausführlich vorgestellt. Die Gestaltung der Seiten ist schlicht und übersichtlich. Dennoch muss keine Tristes befürchtet werden, man hat lediglich auf überflüssige Designelemente verzichtet und sich aufs Wesentliche konzentriert.

Test 360
Wie nicht anders zu Erwarten das Herzstück des Heftes auf über 43 Seiten. Die Tests haben eine Mindestlänge von zwei Seiten, was ihnen gut zu Gesicht steht. Um die volle Pracht eines Spieles besser rüberbringen zu können gibt es min. einen Screenshot, der ca. eine Drittelseite ausfüllt. Der Aufbau der Tests erfolgt steht’s übersichtlich nach dem gleichen Schema.

Links ein Faktenkasten mit den nötigen Infos zu Spiel, darunter ein bildlicher Vergleich zwischen PAL-TV und HDTV Bild, sowie ein Xbox-Live-Kasten. Die obere Hälfte einer Seite ist grundsätzlich für die Bilder da, die untere für den Text. Auf der rechten Seite befindet sich die Redakteursmeinung, sowie der Wertungskasten. Pro und Contra sind Standard, nettes neues Detail ist die „Wieso?“-Frage. Einzelwertungen gibt es für Grafik, Sound und Steuerung, zusätzlich ist zu den Punkten noch ein knackiger Satz geschrieben. Abgerechnet wird bei allen Wertungen im 100 Punkte-System, ab einer Spielspaßwertung von 85 gibt es die Xbox-360-Ikone. Die Fußzeile wird für Anmerkungen genutzt und runden das Gesamtbild ab.

Bei der Bewertung wird kein Blatt vor den Mund genommen, die im Blocksatz geschriebenen Tests sind ehrlich und direkt. Einziger Kritikpunkt ist die etwas große Schrift. Der Textlänge zu liebe hätte man eine etwas kleinere wählen können.

Vorschau 360
Ungewohnt ist die Rubrikreihenfolge schon ein wenig, deswegen aber nicht schlechter. Die Previews sind ähnlich aufgebaut wie der Testteil, jedoch etwas bunter gestaltet. So besteht der Spieltitel immer aus seinem Originalschriftzug.

Abschließend kommt die obligatorische Releaseliste (jedoch ohne Ersteinschätzungen der Titel) gefolgt von einem HD-TVs-Special. Dies stellt auch mehr oder weniger den einzigen großen Kritikpunkt des Heftes da. Es gibt nur eine Geräteübersicht, wie gut oder schlecht die vorgestellten Modelle sind, erfährt man leider nicht.

Es folgen noch auf 4 Seiten die knappe Vorstellung von sieben Xbox-Klassikern. In der Form hätte man zwar auch gut drauf verzichten können, da es sich aber um ein Xbox 360-Sonderheft handelt, kann man es als nette Zugabe zum Abschluss ansehen.

„Keines von beidem!“, so lautet auf Seite 114 die Antwort auf die Frage des Editorials. Ein genialer Abschluss eines gelungenen Heftes.

Unter Leitung von Thorsten Küchler und Layout-Guru Fränk Bogon ist ein außergewöhnlich gutes Sonderheft erschienen. Vom Inhalt über den Schreibstil bis zum Layout, hier stimmt einfach alles. Wer bedenken hat nur Artikel 1:1 aus dem Hauptheft vorgesetzt zu bekommen kann beruhigt werden. Zwar findet man den ein oder anderen Test wieder, jedoch wurde im Sonderheft das starre „Story/Spiel/Fazit“-Schema der „Video Games Aktuell“ gelöst, sodass man ein wesentlich intensiveres Leseerlebnis verspürt.

Bleibt nur zu sagen: „Gut gemacht und nun habt endlich Mitleid mit uns und macht eine zweite Ausgabe!“


Daten und Fakten:
Start: 02. Dezember 2005
Erstausgabe: 12/2005
Verlag: CyPress GmbH
Segment: Sonderheft/Xbox 360-Magazin
Erscheinungsweise: Einmalig
Copy-Preis: EUR 5,99 inkl. DVD
Chefredakteur : Thorsten Küchler
Druckauflage: 80.000 Exemplare (Verlagsangabe)

play3 - Warum alles anders ist und sich doch nichts geändert hat

14.4.07

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Letzten Monat läutete CyPress das Ende einer Ära ein. Nach fast 10 Jahren oder 119 Ausgaben wurde die play THE PLAYSTATION eingestellt. play PLAYSTATION wurde damals als Gegenpol zum offiziellen PS1-Magazin gestartet und grenzte sich durch ein völlig anderes Konzept komplett vom Mitbewerber ab und wurde zur Erfolgsstory. Als das erste unabhängige PlayStation Magazin wischte es von 98 bis 2000 mit sämtlichen Mitbewerbern den Boden auf, auch wenn diese häufig einen wesentlich günstigeren Heftpreis hatten und überlebte sie bis auf einen alle.

Ein dementsprechend schweres Erbe tritt play³ an und um es vorweg zu nehmen: Der Versuch scheitert kläglich.

Laut Aussage von CyPress wird play³ als erwachsenes Videospielmagazin positioniert. Wie ernst es mit diesem Versuch gemeint ist wird bereits auf dem Cover deutlich. Nicht weniger als 5 Artworks sind auf das Cover gequetscht. Zwei in der DVD-Spalte, drei als „Hauptmotiv“. Nicht nur das Ästhetikgefühl fürs Bild ging dabei über Bord, auch das für die Sprache musste mit der Konstruktion „Größer, schöner, besser - Lara in Bestform!“ dran glauben. Das Fanboyherz wird höher schlagen, wenn es von einem noch schöneren Oblivion als auf der Xbox 360 hört. Vollendet wird die Ansprache des älteren Lesers mit „Spielen, surfen, saugen“ zum Thema PS3-Online.

„Herzlich willkommen liebe Spieler-Gemeinde!“
So wird das Baukasten Editorial eingeleitet. Nach einem „wir sind die neuen, obwohl so neu sind wir gar nicht“ geht es mit „wir sind toll, sind die ersten und haben Exklusivstorys“ weiter. Abschließend wird einem noch gute Unterhaltung gewünscht - von wem ist allerdings nicht ersichtlich. Verständlicher weise wollen weder Chefredakteur noch das play³-Team diesen Text unterschreiben.

Das auf Hochglanzpapier gedruckte Heft beginnt mit einem Special zu den 100 besten PS2-Spielen. Auf 10 recht farblosen, dafür mit Artworks vollgestopften Seiten kann man sich noch mal einen kurzen Überblick über GT 4, MGS, San Andreas und Co. verschaffen.

Der Vorschaubereich beginnt mit Neuankündigungen. In unterschiedlichen Größen werden hier Spiele vorgestellt, für die es noch nicht genug Material für ein Preview gibt. Lobenswert: Man verzichtet hier auf Einschätzungen und Tendenzen in Form von Sternchen.

Mit Assassin’s Creed kommt die erste große Vorschau. Der Umfang ist mit 6 Seiten (5 Preview + 1 Interview) sehr großzügig bemessen, besteht jedoch zu min. 60 Prozent aus Bildern. Zusätzlich gibt es zahlreiche Layoutverbrechen. Leider ist die Spaltenbreite der play³ variabel und leider wird davon auch gebrauch gemacht. Nebeneinander sieht das schon ein wenig unschön aus, übereinander (breite Spalte, Textzitat, schmale Spalte) stört es den Lesefluss. Sollten Meinungskästen auf der linken Seite platziert sein, so ist der Meinungstext rechtsbündig (!) geschrieben. Es tut nicht nur in den Augen weh, es ist auch schwer zu lesen.

Ohne auf jedes einzelne Preview eingehen zu wollen wird man früher oder später auf ein Layoutelement stoßen, welches auch schon PC PowerPlay-Leser zur Weißglut getrieben hat: Ein riesiges Cynamite.de-Sternchen z.B. mit dem Hinweis auf noch mehr Infos, Videos und Bilder auf der Webseite; auf Entwicklertagebücher und auf Ersteindrücke zur PC-Version.

Auf Seite 50 mit dem Beginn der Wertungserklärung zeigen sich gemischte Gefühle auf. Einerseits freut man sich über das „50% = durchschnitt“-Wertungsniveau, andererseits sind Verlust von „Rating“ und „playKING“ zu beklagen. Stattdessen gibt es die übliche Spielspaßwertung im 100er System, sowie einen Einzel- und Mehrspielaward. Die Gestaltung erinnert an eine Web 2.0 Variante der DVD-Vision-Auszeichnung, die Namen sind powered by PlayZone.

Die Teamseite setzt bekanntes von play und OPM2 fort ohne Neuerungen zu bieten. Erwähnenswert ist höchstens noch der Hinweis auf den Hinweis, dass alles subjektiv auf diesen Seiten geäußert wird.

Die Tests bewegen sich zwischen sehr schlicht gestaltet (UEFA Champions League) und optischem Overkill (God of War II), enthalten teilweise auch die aus den Previews bekannten rechtsbündigen Meinungskästen, sowie die ebenfalls schnell nervigen „Zusatzinfos auf Cynamite.de“-Sternchen. Immerhin, es gibt nur einen Halbseiter, die restlichen Spiele bekommen min. eine.

Es folgt der Seviceteil. Von nun an sind Erscheinungstermine, Charts und Bestenlisten gebündelt und nicht mehr über das Heft verstreut.

Mit „online“ folgt eine neue Rubrik. Es wird erklärt, wie man mit der PS3 ins Internet kommt, zudem werden extrem knapp aktuelle Spiele des PlayStation-Stores vorgestellt und im 10er System bewertet. An der Doppelseite Hardware gibt es vielleicht von der Rubrikfarbe abgesehen nichts zu kritisieren.

Die aus OPM2 bekannte völlige Abgrenzung des PSP-Bereiches hat leider auch in play³ Einzug gefunden. Erfreulicher Weise wird man aber nicht mit 3 Seiten abgespeist, sondern bekommt satte 8 Seiten spendiert. Optisch ist er angenehm schlicht gehalten, die Kritikpunkte rechtsbündig und Cynamite-Sternchen will ich an dieser Stelle nicht noch ein drittes Mal breittreten.

Der Tipps und Tricks-Teil war in letzter Zeit sehr umstritten, aktuell besteht er nur noch aus einer Seite, auf der der Inhalt der PDF-Dateien auf DVD aufgelistet ist.

Community tritt für mich die Nachfolge des „Entertain me“ Bereiches an. Der PlayStation 3 Launch „Bericht“ zeigt zu 7/8 Bilder von Mola, Sido und Co. und besteht eigentlich nur aus der Aufzählung von Möchtegernstars. Eine weitere Seite wird verschwendet für die Vorstellung von Clubs auf cynamite.de, eine weitere für die Cynamitebestenlisten (User des Tages, bester Blog etc. pp). Leserbriefseite gibt es auch schon, hier wird das Nonsensgelaber von OPM2 fortgesetzt.

Letzter Teil des Heftes ist eine BluRay-Rubrik. Ähnlich „umfangreich“ wie auch der einstige DVD-Teil. Wer sich nur für Wertungen interessiert, wird damit glücklich werden.


Der König ist tot, es lebe der König? Wohl kaum. Wer die Seele in den letzten Monaten bei der play THE PLAYSTATION vermisst hat, wird weitertrauern müssen. Das Layout ist eine Fusion aus Textgestaltung der Games Aktuell und „schlicht, weiß, bunt“ OPM2. Soll heißen, es wird viel auf keine Hintergrundsbilder gesetzt, dafür werden die Tests viel mit Artworks und riesigen Screenshots gefüllt. Neue Elemente sucht man von den Nervigkeiten der Cynamitesterne abgesehen vergebens, ob Awardgestaltung oder Onlinerubrik, alles hat man schon mal irgendwo in Teils besserer Form bei der Konkurrenz gesehen. Spielereien fehlen von der Teamseite abgesehen gänzlich, der Communitybereich tendiert irgendwo zwischen Platzverschwendung und verarsche.

Beim Versuch ein Spieleheft für die bislang vernachlässigte Gruppe der älteren Spieler zu machen hat man komplett versagt. Mit den Leser siezen und eine kalte Distanz aufzubauen ist es bei weitem nicht getan. Kein Schritt vor, aber viele zurück.

Daten und Fakten:
Start: 18. April 2007
Erstausgabe: 05/2007
Verlag: CyPress GmbH
Segment: PlayStation-Magazin
Erscheinungsweise: monatlich
Copy-Preis: EUR 4,99 inkl. DVD
Chefredakteur : Stephan Girlich
Druckauflage: 115.000 Exemplare (Verlagsangabe)